Lauter Mündungsknall Jäger dürfen künftig mit Schalldämpfer auf die Jagd gehen

Von Gerrit Hencke | 29.06.2018, 13:53 Uhr

Der Erlass gilt für Langwaffen und soll die Gesundheit der Jäger schützen. Das Land strebt eine bundesweite Regelung an.

Die Jäger in Schleswig-Holstein dürfen ab jetzt Schalldämpfer verwenden. Die Landesregierung hat den Weg dafür frei gemacht. Grund ist die Verbesserung des Gesundheitsschutzes der Jäger. Die Schalldämpfer dürfen auf Langwaffen, also Jagdgewehren verwendet werden. Die Maßnahme war bereits im Koalitionsvertrag angekündigt worden. In Abstimmung mit dem Umweltministerium hat das zuständige Innenministerium nun einen entsprechenden Erlass herausgegeben.

„Sie (die Jäger, Anm. d. Red.) leisten einen entscheidenden Beitrag zum Schutz unserer Wälder. Nachhaltiges Jagen ist unerlässlich für den Erhalt des Wildbestandes. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir mit diesem Erlass jetzt den Gesundheitsschutz der Jägerinnen und Jäger erhöhen“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote.

Der Mündungsknall eines Jagdgewehrs ohne Schalldämpfer ist mit 150 bis 160 Dezibel lauter als ein startendes Flugzeug (120 bis 140 Dezibel) und liegt damit über der Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs von etwa 120 Dezibel. Bereits ein einzelner Schuss mit einem Jagdgewehr ohne Schalldämpfer könne das Gehör nachhaltig schädigen, so das Innenministerium. Zusätzlich werde auch weiterhin ein Gehörschutz empfohlen.

Ziel der Schalldämpfer ist die deutliche Lärmreduzierung bei der Schussabgabe. Über eine Zulassung entscheidet die jeweils zuständige Waffenbehörde. Für andere Jagdwaffen, vor allem Kurzwaffen, gilt die Erlaubnis nicht.

Vor der Veröffentlichung des Erlasses hatten Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Schleswig-Holstein die geplante Freigabe bewertet. BKA und LKA erwarten keine negativen Folgen für die öffentliche Sicherheit. Langfristig strebt das Innenministerium eine bundesweit einheitliche Regelung für den Gebrauch von Schalldämpfern an.