Österreich : Anti-Burka-Gesetz: Polizeieinsatz gegen Parlaments-Hasen Lesko

Das Maskottchen muss nichts befürchten, da die Verhüllung eine „künstlerische Berufsausübung' ist und nicht aus religiösen Gründen geschieht.
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Das Maskottchen muss nichts befürchten, da die Verhüllung eine „künstlerische Berufsausübung" ist und nicht aus religiösen Gründen geschieht.

Das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz in Österreich hat erneut ein Maskottchen getroffen - ausgerechnet im Wiener Parlament.

shz.de von
19. Oktober 2017, 20:07 Uhr

Österreichs Parlaments-Hase Lesko hat laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung für einen Polizeieinsatz gesorgt. Das blaue Maskottchen sollte in Wien in einem Video zum „Tag der offenen Tür" des Parlaments am Nationalfeiertag auftreten. Doch weil das Langohr möglicherweise gegen das  sein Anfang Oktober geltende Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz verstieß, rückte die Polizei an. Der Dreh wurde dem Bericht zufolge unterbrochen und der Träger des Kostüms musste sein Gesicht zeigen.

Eine Strafe muss das Maskottchen offenbar nicht fürchten. Nachdem ein Jurist konsultiert wurde war klar: Lesko darf auch weiterhin mit Kopf auftreten, da es sich hier um eine „künstlerische Berufsausübung" handele.

In den ersten zwei Wochen des Anti-Gesichtsverhüllungs-Gesetzes habe es in Wien knapp 30 Einsätze gegeben. Vier davon betrafen der Tiroler Tageszeitung zugfolge Frauen mit muslimischer Gesichtsverschleierung, der Rest hauptsächlich Touristen oder „Provokateure".

Das Verbot richtet sich gegen konservativ-islamische Kopfbedeckungen – und zwar jene, die das Gesicht komplett verhüllen, wie Nikab oder Burka. Kopftücher, bei denen die Gesichtszüge vom Kinn bis zum Haaransatz erkennbar bleiben, bleiben erlaubt.

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