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An der Gedächtniskirche in Berlin : Anschlag auf Weihnachtsmarkt: Was wir wissen - und was nicht

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Ein Lkw raste über den Weihnachtsmarkt, zwölf Menschen starben. Aber wer waren die Täter?

Berlin | Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche in Berlin sind mindestens zwölf Menschen getötet worden. Rund 50 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen lebensgefährlich.

Was wir wissen

  • Gegen 20 Uhr fährt am Montagabend ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt. Der Fahrer legt mit dem Sattelschlepper eine Strecke von 50 bis 80 Metern zurück, überfährt dabei viele Menschen und zerstört mehrere Marktbuden. Bundesregierung und Ermittler gehen von einem Terroranschlag aus.
  • Am Dienstagabend - fast genau 24 Stunden nach dem Anschlag - nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich in Anspruch. Der Täter sei ein „Soldat des Islamischen Staates“ gewesen, meldet das IS-Sprachrohr Amak im Internet. Die Echtheit der Nachricht lässt sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle im Internet verbreitet.
  • Der Fahrer flüchtet.
  • Ein erster Verdächtiger wird zunächst nahe der Siegessäule gefasst. Am Dienstagabend kommt er wieder frei - die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten bislang keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten ergeben, teilt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Der junge Mann wurde zunächst festgenommen, weil ein Zeuge ihn verfolgt und die Polizei informiert hatte.
  • Am Mittwoch gibt es einen neuen Tatverdächtigen. Das BKA sucht in öffentlicher Fahndung nach dem 24 Jahre alten Tunesier Anis Amri.
  • Der Gesuchte Mann stand bereits unter Beobachtung der Behörden und wurde als „Gefährder“ eingestuft.
  • Von den elf toten Weihnachtsmarktbesuchern sind bis zum Dienstagnachmittag sechs identifiziert worden. Bei allen handelt es sich nach Angaben von BKA-Präsident Holger Münch um deutsche Staatsbürger.
  • Das zwölfte Opfer ist der ursprüngliche Speditionsfahrer aus Polen. Seine Leiche wird auf dem Beifahrersitz des Lastwagens gefunden. Der Speditions-Eigentümer identifiziert den Fahrer - seinen Cousin - auf einem Polizeifoto.
  • Der polnische Fahrer wurde mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Er war laut dem Speditions-Eigentümer seit etwa 16 Uhr nicht mehr zu erreichen.
  • Der Lastwagen der Marke Scania gehört einer polnischen Spedition und hatte Stahlkonstruktionen geladen.
  • Im Führerhaus des Lastwagens wird blutverschmierte Kleidung gefunden. Bei dem später in einiger Entfernung vom Tatort Festgenommenen finden die Ermittler keine mit Blut befleckte Kleidung.
  • Das Bundeskriminalamt (BKA) führt im Auftrag des Generalbundesanwalts die Ermittlungen.

Was wir nicht wissen

  • Unklar ist, wer der oder die Täter sind. Der Tunesier steht unter dringendem Tatverdacht, ob es Hintermänner gab, ist noch unklar.
  • Nicht bekannt war, welchen Wert letztlich die Informationen des Zeugen hatten, der den zunächst Festgenommenen verfolgt und die Polizei informiert hatte.
  • Keine offiziellen Informationen gibt es zum Todeszeitpunkt des Speditionsfahrers. Die „Bild“-Zeitung meldete allerdings unter Berufung auf Obduktionsergebnisse, er habe bis zum Attentat noch gelebt. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Die Rede ist auch von Messerstichen.
  • Ungeklärt ist auch, wie und wo der Täter an den Lastwagen gelangte. Polnische Medien berichten unter Berufung auf die Spedition von GPS-Daten, die zeigten, dass der Wagen in Berlin am Tag der Tat ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei.
  • Das Schicksal ausländischer Vermisster - darunter eine Italienerin und eine Israelin - ist noch ungewiss.

Aktuelle Informationen zu den Ereignissen in Berlin finden Sie auch in unserem Liveticker.

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erstellt am 21.Dez.2016 | 08:25 Uhr

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