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Diplomatie : Annette Schavan wechselt als Botschafterin in den Vatikan

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Vom Bundestag zum Heiligen Stuhl: Annette Schavan ist als neue Botschafterin für den Vatikan im Gespräch. Ob die katholische Theologin ihren umstrittenen Doktortitel behalten darf, ist unterdessen noch nicht geklärt.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 14:27 Uhr

Vatikanstadt | Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wechselt als Botschafterin in den Vatikan. „Wir können bestätigen, dass es entsprechende Pläne gibt“, ein „förmlicher Beschluss“ des Bundeskabinetts stehe aber noch aus, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Wann die Personalie beschlossen werde, stehe noch nicht fest. Das Büro der CDU-Bundestagsabgeordneten teilte mit: „Ja, Frau Dr. Schavan ist gefragt worden und hat der Bundesregierung zugesagt, die Aufgabe einer Botschafterin beim Heiligen Stuhl zu übernehmen.“ Mit dem Ausscheiden des derzeitigen Botschafters Reinhard Schweppe im Sommer soll die 58-jährige CDU-Politikerin nach Rom gehen, wie zunächst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet hatte. Damit scheidet Schavan aus dem Bundestag aus. Ihm gehörte sie seit 2005 an.

Die CDU-Politikerin hatte vor einem Jahr wegen einer Plagiatsaffäre ihren Doktortitel verloren. Die Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trat damals als Ministerin zurück, obwohl sie den Vorwurf bestritt. Ihre Klage gegen die Aberkennung ihres Titels läuft noch immer - am 20. März wird ihr Fall vor dem Düsseldorfer Verwaltungsgericht verhandelt. Sie ist katholische Theologin und war 14 Jahre lang bis 2012 stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU.

Seibert nannte Schavan eine engagierte und profilierte Katholikin, „deren Stimme in allen Diskussionen um Glaube und Kirche heute zu vernehmen war“. Dass sie Deutschland künftig beim Heiligen Stuhl vertreten soll, sei bei den Koalitionsgesprächen besprochen worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, es gebe „keine Zweifel, dass es sich um einen guten Plan und eine gute Wahl handelt“.

Schavan selbst wollte sich zu Details zunächst nicht äußern. Sie bitte um Verständnis dafür, dass sie weitere Stellungnahmen erst abgeben werde, wenn die Entscheidung über den Wechsel offiziell vom Bundeskabinett getroffen sei, hieß es aus ihrem Büro.

Schavan studierte katholische Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften. Sie erwarb 1980 den Doktortitel, den ihr die Universität Düsseldorf vor einem Jahr wegen „vorsätzlicher Täuschung durch Plagiat“ entzog. Bei der Bundestagswahl im September hatte die gebürtige Rheinländerin trotzdem das Direktmandat im Wahlkreis Ulm gewonnen. Nach ihrem Einzug in den Bundestag 2005 wurde Schavan Bundesbildungsministerin. Zuvor war sie zehn Jahre lang Kultusministerin in Baden-Württemberg.

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