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US-Wahlkampf : Angst vor Journalistin? Donald Trump sagt Teilnahme an TV-Duell ab

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Aus der Onlineredaktion

Mit Moderation Megyn Kelly will Donald Trump offenbar nicht mehr reden. Da der konservative Fernseh-Sender Fox News an ihr festhält, boykottiert Trump die letzte TV-Debatte vor dem Start der Vorwahlen Anfang Februar.

shz.de von
erstellt am 27.Jan.2016 | 08:36 Uhr

Washington | Nicht nur in Deutschland gibt es Streit über die Gestaltung von TV-Duellen kurz vor Wahlen: Vor dem wichtigen Start der US-Vorwahlen in Iowa am 1. Februar findet die letzte TV-Debatte der Republikaner ohne Donald Trump statt. Sein Management bestätigte am Dienstagabend, diese Entscheidung sei definitiv. Grund ist ein Streit mit dem Sender Fox News, dem Gastgeber der Veranstaltung am Donnerstagabend, über die Gestaltung der Sendung.

Selten hat ein Bewerber um das Weiße Haus so polarisiert wie Donald Trump. Kritikern gilt er als frauen- und ausländerfeindlich. Bewunderer halten ihn gerade für authentisch, weil er kein Blatt vor den Mund nimmt. Trump liegt in Umfragen als Präsidentschaftskandidat der Republikaner deutlich in Führung. Der umstrittene Milliardär muss aber zunächst Wählerstimmen in den Vorwahlen der Partei sammeln, bevor er offiziell kandidieren kann.

Trump war im Wahlkampf in einer frühen TV-Debatte mit Megyn Kelly aneinandergeraten, einer Fox-Starmoderatorin. Sie wird eine der Moderatorinnen der nächsten Debatte sein.

Der konservative Sender hatte sich am Dienstag verwundert gezeigt, dass Trump sich anhaltend über Kelly beschwere: Trump habe womöglich Angst vor Kelly, jedenfalls könne er sich die Journalisten nicht aussuchen, denen er begegne. Brit Hume, politischer Analyst von Fox-News, wurde auf Twitter noch etwas deutlicher:

Auch andere Kommentatoren verspotten Trump für seinen Rückzug und vermuten, er wolle sich der Debatte aus Angst zu unterliegen nicht stellen und verstecke sich vor den Wählern in Iowa. Vermutlich um diese Vorwürfe zu entkräften, teilte Trumps Wahlkampfteam mit, der Milliardär plane stattdessen nun eine Konkurrenzveranstaltung in Iowa zugunsten verwundeter Soldaten.

Hintergrund: Die Person Donald Trump

Donald Trump (69) beherrscht nicht nur mit reißerischen Parolen die Schlagzeilen, sondern er zählt auch zu den bekanntesten Geschäftsleuten der USA. Ein politisches Amt bekleidete der Immobilienunternehmer noch nie, er gewann aber im Jahr 2000 immerhin die Vorwahlen in Kalifornien.

Als Außenseiter im Politikbetrieb erlaubt er sich provokante Querschläge auf seine Gegner. Bei den Amerikanern ist er wegen seiner großspurigen Art sowie seiner blonden Föhnfrisur bekannt.

Seine Karriere als Geschäftsmann begann Trump in einem Büro im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Dort wickelte er Geschäfte der Baubranche mit seinem Vater ab, der als Sohn deutscher Einwanderer durch seine Immobilien in der Metropole am Hudson River zum Millionär wurde.

Während der mit einem Bruder und zwei Schwestern aufwachsende Trump seinen Vater als Mentor beschreibt, lobt auch dieser den jungen Donald. Einige seiner besten Deals habe er mit seinem Sohn gemacht, sagte er. „Alles, was er anfasst, wird zu Gold.“ 1975 wird er Präsident der Trump Organization. Es folgen Investitionen in Hotels, in Casinos und im Central Park.

Sein Vermögen verdient der Geschäftsmann aber nicht nur mit Immobilien, sondern auch mit Übertragungsrechten an Miss-Wahlen sowie an der Reality-Fernsehserie „The Apprentice“, mit Verkäufen seiner zahlreichen Biografien und mit eigenen Mode- und Möbelmarken. Nach eigenen Angaben zählt er außerdem zu den bestbezahlten Rednern der Welt: Für eine Ansprache in zwei australischen Städten erhielt er einst mehr als drei Millionen Dollar.

Politisch steht Trump als Zentrist zwischen Republikanern und Demokraten. Er pflegt Kontakt zu Politikern beider Lager. Der in New York lebende 69-jährige Investor hat fünf Kinder aus drei Ehen.

Seinen Spitznamen „The Donald“ verpasste ihm seine erste Frau, das tschechische Model Ivana Zelnickova. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 ist der Trump Tower in Manhattan unweit des Central Park bis heute das Aushängeschild seines Imperiums, das Trump zufolge mehr als zehn Milliarden, nach Schätzungen des Magazins „Forbes“ allerdings nur rund vier Millionen Dollar wert ist. .

 
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