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Konflikt um Atomprogramm : Angereichertes Uran im Iran nach Russland verschifft

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Aus der Onlineredaktion

USA begrüßen Erfüllung der wichtigen Bedingung des Atomabkommens vom Sommer. Ein Abbau der Sanktionen des Westens wird damit wahrscheinlicher.

Teheran | Der Iran bringt mehrere Tonnen niedrig angereichertes Uran nach Russland und hält damit seine Verpflichtungen im Atomkompromiss vom Sommer ein. Der zuständige Vizepräsident der Islamischen Republik, Ali Akbar Salehi, sagte am Montag der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge, der Abtransport sei abgeschlossen. Neun Tonnen niedrig angereichertes Uran seien auf dem Weg nach Russland.

Die Vereinigten Staaten und Israel, aber auch europäische Länder sind seit vielen Jahren besorgt über die Möglichkeit einer iranischen Atombombe und werfen dem Regime in Teheran vor, nach nuklearen Waffen zu streben. Der Iran seinerseits beharrt auf dem Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie. Der Kompromiss im Sommer war von Diplomaten als Durchbruch im jahrelangen Streit gewertet worden.

Der Abtransport war neben der Reduzierung der Anzahl der Zentrifugen eine der wichtigsten Forderungen an die Iraner im Atomabkommen vom 14. Juli 2015 mit dem Westen. Im Gegenzug wird der Iran 137 Tonnen „Yellowcake“ aus Russland einführen. Das pulverförmige Gemisch aus Uranverbindungen ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Brennelementen.

US-Außenminister John Kerry sagte, der Abtransport des Materials sei einer der bedeutendsten Schritte, die die Islamische Republik bislang im Rahmen des Abkommens unternommen habe. Er sprach von mehr als elf Tonnen Uran-Material an Bord des Schiffes, das den Iran am Montag in Richtung Russland verließ.

Der Iran hatte sich im Juli mit der „5+1-Gruppe“ (die fünf UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland) auf eine deutliche Beschränkung seines Atomprogramms geeinigt. Im Gegenzug sollen die Wirtschaftssanktionen fallen. Mit diesem Schritt wird spätestens im Februar 2016 gerechnet. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) soll in den nächsten zehn bis 25 Jahren überprüfen, ob sich Teheran an die Bestimmungen des Abkommens hält.

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erstellt am 29.Dez.2015 | 12:29 Uhr

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