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EU-Referendum in Grossbritannien : Angela Merkel zu Brexit: „Einschnitt für den europäischen Einigungsprozess“

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Bundeskanzlerin ruft zu Ruhe und Besonnenheit auf. Sigmar Gabriel geht auf Distanz zur Krisenpolitik von Merkel.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2016 | 13:43 Uhr

Berlin | Den letzten Stand zum Brexit lesen Sie in unserem Liveblog.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach der Brexit-Entscheidung Großbritanniens für einen EU-Austritt zu Ruhe und Besonnenheit aufgerufen. Es dürfe jetzt keine schnellen und einfachen Schlüsse geben, sagte sie am Freitag in Berlin. „Der heutige Tag ist ein Einschnitt für Europa, er ist ein Einschnitt für den europäischen Einigungsprozess.“

Zuvor hatte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsparteien und mehreren Ministern über Konsequenzen aus dem EU-Ausstieg der Briten beraten. Merkel hatte bereits vormittags mit Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Gipfelchef Donald Tusk telefonisch die Entscheidung besprochen. Am Montag hat Angela Merkel Hollande, Tusk und den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi zu einem Gipfeltrefffen nach Berlin eingeladen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte einen Kurswechsel in der Bundesregierung verlangt. Damit ging der Vizekanzler deutlicher als bisher auf Distanz zur bisherigen Krisenpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Deutschland müsse mehr tun, nur durch Sparen alleine entstehe für die junge Generation Europas keine Arbeit. „Ich erwarte, dass als Konsequenz aus dem heutigen Tag auch in der Bundesregierung noch einmal neu debattiert wird, wie unsere Investitionen in die Zukunft Europas - gemeinsam mit anderen - die Lage der Menschen verbessern können“, sagte Gabriel am Freitag in Berlin.

Ohne die Union beim Namen zu nennen, ergänzte der Bundeswirtschaftsminister, Deutschland sei in der Euro-Schuldenkrise mit erhobenem Zeigefinger durch Europa gelaufen. In Frankreich, Spanien und Italien gebe es zwar großen Reformbedarf - parallel müsse es aber mehr Impulse für Beschäftigung geben.

Das Brexit-Votum der britischen Wähler sei „ein Schuss vor den Bug“. Man dürfe jetzt nicht nur Jammern, sondern müsse nach vorne schauen. Ein Lichtblick sei, dass Dreiviertel der jungen Briten unter 25 Jahren Ja zu Europa gesagt hätten, meinte Gabriel. Um die sollte man sich kümmern: „Wir dürfen nicht die Zugbrücken hochziehen.“

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