Debatte um Arbeitszeit : Andrea Nahles will am Acht-Stunden-Tag festhalten

Eine wöchentliche Höchstarbeitszeit statt Acht-Stunden-Tag: Dies fordern die Arbeitgeber, um so dem digitalen Wandel in der Arbeitswelt gerecht zu werden. Bundesarbeitsministerin Nahles lehnt dies ab.

shz.de von
23. Juli 2015, 13:27 Uhr

Berlin | Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will am Acht-Stunden-Tag in Deutschland festhalten. „Änderungen sind an der Stelle nicht geplant“, sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums am Donnerstag in Berlin.

In einem von der „Rheinischen Post“ zitierten Positionspapier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vom Mai wird die Bundesregierung aufgefordert, wegen des digitalen Wandels den Acht-Stunden-Tag aus dem Arbeitszeitgesetz zu streichen. „Um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden, sollte das Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden“, heißt es darin.

Das Ministerium wies damit Angaben aus einem Bericht der „Rheinischen Post“ zurück, wonach Nahles bereits 2016 ein neues Arbeitszeitgesetz vorlegen wolle. „Das ist nicht korrekt“, hieß es.

Nahles wurde von der Zeitung mit den Worten zitiert: „Flexiblere Arbeitszeiten und die Orientierung am Ergebnis, nicht an der Präsenz im Büro können auch den Beschäftigten zugutekommen."

Ende des kommenden Jahres wolle das Ministerium jedoch ein „Weißbuch“ vorlegen. Dieses solle dann die Grundlage für Prüfungen sein, ob und wo mögliche Anpassungen im Arbeitszeitgesetz nötig sind.

Das aktuelle Arbeitszeitgesetz besagt, dass an Werktagen acht Stunden gearbeitet werden darf. Es gibt allerdings Bedingungen, unter denen  die Höchstarbeitszeit ausgedehnt werden kann. „Die über acht Stunden hinausgehende Arbeitszeit muss ausgeglichen werden. Und zwar nicht irgendwann, sondern innerhalb der nächsten sechs Monate. Im Durchschnitt darf niemand innerhalb von sechs Kalendermonaten länger als acht Stunden pro Werktagarbeiten“, heißt es im Arbeitsschutzgesetz.
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen