Menschenrechtsorganisation : Amnesty International klagt an: Staatschefs fördern Diskriminierung

Diskriminierung

Der Jahresbericht von Amnesty International beleuchtet die Menschenrechtslage in 159 Ländern der Welt.

Mit ihrer hasserfüllten Rhetorik lassen Politiker die Unterdrückung von Minderheiten zur Normalität werden.

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22. Februar 2018, 07:09 Uhr

Berlin/Washington | Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International macht staatlich verbreiteten Hass für wachsende Diskriminierung von Minderheiten weltweit verantwortlich. Im vergangenen Jahr hätten „prominente Führungsfiguren eine albtraumhafte Vision einer von Hass und Angst verblendeten Gesellschaft“ propagiert, sagte Amnesty-Chef Salil Shetty am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Jahresberichts der Organisation. Hasserfüllte Rhetorik drohe Unterdrückung von Minderheiten zur Normalität werden zu lassen.

Amnesty-Chef Salil Shetty
dpa

Amnesty-Chef Salil Shetty stellte den Bericht bewusst in Washington vor, um so ein Zeichen gegen die Politik von Donald Trummp zu setzen.

 

Shetty prangerte konkret die Staatschefs von Ägypten, Venezuela und der Philippinen, aber auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den chinesischen Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump an. „Das Schreckgespenst von Angst und Hass bildet sich in der Weltpolitik deutlich heraus und es gibt wenige Regierungen, die sich in diesen unruhigen Zeiten für Menschenrechte einsetzen“, beklagte Shetty. Er hob aber auch positiv hervor, dass die Proteste gegen Ausgrenzungstendenzen zunehmen würden.

Der Jahresbericht beleuchtet die Menschenrechtslage in 159 Ländern der Welt. Der Bericht wird in diesem Jahr bewusst in Washington vorgestellt. Damit will die Organisation auch ein Zeichen gegen die Politik Trumps setzen. „Trumps Rückschritte in Menschenrechtsfragen sind ein gefährlicher Präzedenzfall für andere Regierungen, die folgen könnten“, sagte Shetty. Er nannte den Anfang vergangenen Jahres von Trump verhängten Einreisestopp für Menschen aus muslimisch geprägten Ländern als Beispiel für einen „hasserfüllten Schritt“.

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