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NSA-Affäre : Alternativer Nobelpreis für Edward Snowden

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Edward Snowden brachte die NSA-Affäre ins Rollen, Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger veröffentlichte die Details. Beide bekommen den Alternativen Nobelpreis.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2014 | 17:09 Uhr

Stockholm | Für seine Enthüllungen maßloser Ausspähaktivitäten weltweit ist der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Der 31-Jährige erhält den undotierten Ehrenpreis mit „Guardian“-Chefredakteur Alan Rusbridger, wie die Right-Livelihood-Award-Stiftung am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Die britische Zeitung hatte die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA enthüllt. Mit Snowden und Rusbridger wurden drei weitere Preisträger ausgezeichnet.

Die Stiftung hatte die Vergabe eigentlich am Donnerstag in Presseräumen des schwedischen Außenministeriums bekanntgeben wollen. Nachdem er das Ministerium über die Preisträger informiert habe, habe er allerdings kurzfristig eine Absage bekommen, sagte der Direktor der Right-Livelihood-Award-Stiftung, Ole von Uexküll der dpa. Ein Sprecher des schwedischen Außenministers Carl Bildt begründete die Entscheidung mit neuen Sicherheitsregeln. Die Regierungsräume würden seit dem 1. September als „Sicherheitszone“ betrachtet, deshalb könne die Bekanntgabe der Preisträger nicht mehr an gewohnter Stelle stattfinden. „Deswegen gelten andere Regeln“, sagte der Sprecher in Stockholm.

Snowden werde geehrt, „weil er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat, die grundlegende demokratische Prozesse und verfassungsmäßige Rechte verletzt“, teilte die Stiftung mit. Rusbridger bekomme den Preis „für den Aufbau einer globalen Medienorganisation, die sich verantwortlichem Journalismus im öffentlichen Interesse verschrieben hat und gegen große Widerstände illegales Handeln von Unternehmen und Staaten enthüllt“.

Weder Snowden noch Rusbridger hätten allein das erreichen können, was sie zusammen geschafft hätten, erklärte von Uexküll. „Deshalb geben wir ihnen den Preis gemeinsam.“ Er habe Snowden vergangene Woche über die Auszeichnung informiert, sagte von Uexküll. „Er hat sich sehr gefreut und würde liebend gern nach Schweden kommen.“ Das will die Stiftung nun trotz Snowdens Zwangsexil in Russland mit juristischer Unterstützung möglich machen.

Außerdem ehrt die Stiftung die pakistanische Anwältin Asma Jahangir und Basil Fernando von der asiatischen Menschenrechtskommission für ihren Kampf für Menschenrechte mit der mit je 500.000 schwedischen Kronen (knapp 55.000 Euro) dotierten Auszeichnung. Ein weiterer Preis geht an den US-amerikanischen Umweltaktivisten Bill McKnibben.

Der Alternative Nobelpreis, der offiziell Right Livelihood Award (Preis für richtige Lebensführung) heißt, würdigt jedes Jahr Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden. Die gleichnamige Stockholmer Stiftung vergibt den Award unabhängig von den traditionellen Nobelpreisen. Die Jury wählte in diesem Jahr aus 120 Kandidaten aus 53 Ländern aus. Überreicht werden die Preise am 1. Dezember im schwedischen Reichstag.

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