#WeidelKickingThings : Alice Weidel tritt in einen Boxsack und das Internet läuft heiß

Alice Weidel wird (ungewollt) zum Hashtag.
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Alice Weidel wird (ungewollt) zum Hashtag.

Weidel übt offenbar CDU-Kritik. Zahlreiche Nutzer montieren die AfD-Politikerin in Fotos und teilen diese auf Twitter.

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01. März 2018, 10:57 Uhr

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel sorgt mit einem Facebook-Foto für Spott im Netz. Darauf ist sie, ganz in schwarz gekleidet, in einem Sportgeschäft zu sehen. In Kickboxer-Manier tritt sie mit hochgerissenem Bein auf einen Boxsack ein. Dazu ihr Kommentar: „Endlich wieder einen Boxsack – oder Trittsack.“

 

Unter dem Beitrag in dem sozialen Netzwerk sammeln sich zahlreiche Kommentare, wie: „Zu hoch Merkel ist kleiner.... Aber Özdemir müßte passen.“ Oder auch: „Ich schätze mal, über 60 Prozent der Menschen in Deutschland würden ihr Bein nicht einmal so hoch bekommen. Jedenfalls sind sie gut gerüstet für unsere Neuankömmlinge.“ Beide Kommentare wurden über Hunderte Mal mit „Gefällt mir“ markiert. Doch nicht nur zahlreiche AfD-Anhänger sind beeindruckt.

Auch die Kritiker sind beeindruckt von dem Weidelschen Roundhouse-Kick. Sie nutzen die Pose, um auf Twitter zahlreiche manipulierte Bilder unter dem Hashtag v zu teilen. So ist die AfD-Frau unter anderem beim Breakdance zu sehen, beim Tritt gegen das Grundgesetz oder bei der Tafel. Eine Auswahl:

Gestartet hatte die Aktion der israelische Künstler und Comedian Shahak Shapira. Er teilte das Foto mit dem Kommentar „Hauptsache schwarz und wehrlos“ und setzte kurz darauf einen weiteren Tweet ab, der die Silhouette Weidels zeigt. Dazu schrieb er „Lasset die Spiele beginnen“.

Ob der Tritt Weidels in den schwarzen Boxsack eine Kritik an der Union ist, bleibt offen. Die CDU/CSU-Fraktion hatte am Dienstag beschlossen, dass sie in dieser Legislaturperiode im Bundestag mit AfD und Linken inhaltlich nicht zusammenarbeiten wird. Mit der Linken sei man bereits so in den vergangenen Jahren verfahren, nun auch mit der AfD, hatte Fraktionschef Volker Kauder (CDU) dazu gesagt. Es werde keine gemeinsamen Anträge geben, man wolle höchstens im Ältestenrat zusammenarbeiten, wenn es etwa um die Tagesordnung des Bundestags geht.

Weidel kritisierte das Vorgehen und sagte: „Die Union beweist damit, dass es ihr schon lange nicht mehr um die eigentlichen Inhalte geht, sondern nur um kleingeistige, parteipolitische Tricksereien.“ Der Co-Vorsitzende Alexander Gauland erklärte: „Wenn die Union diesen Weg weitergeht, hat sie als Volkspartei abgewirtschaftet und wird bald das Schicksal der ebenfalls inhaltsentleerten Sozialdemokraten teilen.“

Die Union erntete für ihren Abgrenzungsbeschluss auch Kritik von der SPD-Fraktion, die sich schützend vor die Linkspartei stellte. „Ich finde die Gleichsetzung von AfD und Linkspartei eine Sauerei“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, in Berlin. Die Linke stelle in Thüringen den Ministerpräsidenten und habe auch vernünftige Politiker in ihren Reihen.

(mit dpa)

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