Fall Susanna : Ali B. soll noch in der Nacht zum Sonntag vernommen werden

<p>Die Anteilnahme im Mordfall Susanna ist riesig. </p>

Die Anteilnahme im Mordfall Susanna ist riesig.

Der Tatverdächtige Ali B. soll nach seiner Rückkehr nach Deutschland noch in dieser Nacht vernommen werden.

shz.de von
09. Juni 2018, 18:29 Uhr

Der Verdächtige im Fall Susanna soll nach gleich nach seiner Rückkehr nach Deutschland vernommen werden. Die erste Vernehmung von Ali B. sei noch für die Nacht geplant, am Sonntag werde er dann dem Haftrichter vorgeführt. Dann werde ihm der Haftbefehl eröffnet. Zuständig für die Vernehmung ist demnach das Polizeipräsidium Westhessen mit Sitz in Wiesbaden.

Ali B. verließ die nordirakische Stadt Erbil am Samstagnachmittag in einer Maschine nach Frankfurt am Main, wie es aus Kreisen des Internationalen Flughafens hieß. Eine offizielle Bestätigung der kurdischen Sicherheitsbehörden im Nordirak gab es zunächst nicht. Kurdischen Ermittlern zufolge hat Ali B. die Tötung des 14-jährigen Mädchens aus Mainz gestanden. Er soll die am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefundene Susanna F. in der Nacht vom 22. auf 23. Mai vergewaltigt und getötet haben.

Geständnis im Irak?

Nachdem der Hauptverdächtige Ali B. im Mordfall der 14-jährigen Susanna bereits am Freitag im Irak gefasst wurde, soll er den Mord inzwischen gestanden haben. Das berichtet der kurdisch-irakische TV-Sender Rudaw unter Berufung auf ein Interview des General Tarek Ahmed, Chef der Polizei in Dohuk.

Demnach soll Ali B. ausgesagt haben, dass dem Mord ein Streit vorausgegangen sei, in dessen Folge er Susanna getöte habe, nachdem das junge Mädchen damit gedroht habe, die Polizei zu rufen.

Der Tatverdächtige befindet sich zurzeit in einem Gefängnis in Erbil, soll Presseberichten des „Wiesbadener Kurier“ und der Mainzer „Allgemeine Zeitun“ zufolge aber am heutigen Samstagabend auf dem Frankfurter Flughafen landen. Ali B. soll demnach in Gewahrsam der Bundespolizei aus dem Irak nach Frankfurt gebracht werden, so die Medienberichte.

Auslieferung am Samstagabend

Von Bundesjustizministerium, hessischem Innenministerium und Bundespolizei gab es dazu zunächst keine Stellungnahmen. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte dem RBB, er rechne damit, dass der mutmaßliche Mörder der 14-jährigen Mainzerin Susanna nach Deutschland gebracht werde: „Ich gehe davon aus, dass der Prozess gegen den 20-Jährigen in Deutschland durchgeführt werden kann.“

Nach Informationen der Bild-Zeitung planen die Sicherheitsbehörden, Ali B. noch am Samstag, spätestens aber am Sonntag dem Haftrichter vorzuführen – anschließend soll er in Frankfurt am Main in Untersuchungshaft kommen.

Die Bild berichtet weiterhin, dass Ali B. nur in seinem irakischen Heimatdorf gefasst werden konnte, weil ein Familienangehöriger auf Bitten der Behörden bei der Polizeiwache erschienen ist. „Nachdem wir dieser Person gesagt hatten, dass Ali B. im Verdacht steht, ein junges Mädchen in Deutschland umgebracht zu haben, entschlossen sich die Verwandten zu kooperieren“, sagte der Polizeichef General Tarek Ahmed zu BILD.

Politiker warnen vor Instrumentalisierung des Mordfalls

Nach dem Mord an der 14-jährigen Schülerin Susanna aus Mainz haben Politiker von Union und SPD vor einer politischen Instrumentalisierung des Falls gewarnt. „Ich verwehre mich dagegen, wenn solche Fälle dafür genutzt werden, um Hass und Hetze zu verbreiten“, sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ (Sonnabend).

Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), sagte, es dürfe nicht zugelassen werden, dass Hass gesät werde und ganze Gruppen unter einen Generalverdacht gestellt würden

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