Christian Schmidt : Agrarminister rechtfertigt Schreddern männlicher Küken

Die millionenfache Tötung müsse erlaubt sein - sonst wandern die Brütereien ins Ausland ab, meint Christian Schmidt.

shz.de von
31. März 2016, 08:27 Uhr

Agarminister Christian Schmidt verteidigt die Entscheidung der Regierungskoalition, die millionenfache Tötung männlicher Küken weiter zu erlauben. Wer keine Alternativlösung anbieten könne, argumentiere unehrlich, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Bei einem Verbot würden die Brütereien in Deutschland schließen und ins Ausland abwandern.“ Dort würden Küken aber ebenfalls geschreddert.

Wenn die Gesetze in Deutschland von denen in anderen europäischen Staaten abweichen, könnte es für Deutschland schwierig sein, konkurrenzfähig zu bleiben. Die Lösung könnten Regeln sein, die für ganz Europa gelten.

Im vergangenen Jahr wurden hierzulande schätzungsweise 48 Millionen männliche Küken massenhaft getötet, weil sie keine Eier legen und nicht genug Fleisch ansetzen.

Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass die Entwicklung eines wissenschaftlichen Verfahrens das Töten noch dieses Jahr überflüssig macht. Ziel ist es, das Geschlecht vor dem Ausbrüten zu erkennen, sodass männliche Küken erst gar nicht schlüpfen. In einem Laborversuch des Forschungsverbunds Leipzig/Dresden funktioniere dieses Verfahren bereits, sagte er. „Ich erwarte, dass wir noch in diesem Jahr die Anwendungsreife für das Verfahren im Massenbetrieb erreichen.“ Sobald die Technik zur Verfügung stehe, greife das Tierschutzgesetz, wonach kein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet werden darf. „Das Schreddern ist dann vorbei“, sagte er.

Mitte März hatten CDU/CSU und SPD im Bundestag gegen Verbotsforderungen der Opposition gestimmt.

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