Frauke Petry : AfD will mit Muslimen sprechen

Die Partei lehnt den Islam ab. Trotzdem trifft sich die AfD-Chefin Frauke Petry mit dem Zentralrat der Muslime.

shz.de von
11. Mai 2016, 12:28 Uhr

Berlin | Die Ablehnung ist strikt: Der Islam gehört nicht zu Deutschland, hat die AfD in ihrem Parteiprogramm stehen. Doch nun will sich Parteichefin Frauke Petry auf Einladung mit dem Vorsitzendem des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, am 23. Mai zu einem Gespräch in Berlin treffen. Das berichtet der Tageszeitungsverbund „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Bei ihrem Parteitag in Stuttgart Anfang Mai hat die AfD einen Anti-Islam-Kurs in ihrem Grundsatzprogramm verankert. Nun kommt es zum Treffen mit den Muslimen. Das sorgt für Aufregung.

Ein Sprecher Petrys bestätigte das Treffen: „Wir haben Mazyek diesen Termin angeboten“, sagte er dem Bericht zufolge. Der Zentralrat der Muslime bestätigte laut dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ den Eingang eines entsprechenden Schreibens. „Nach mehr als zwei Wochen haben wir endlich eine Antwort auf unser Gesprächsangebot erhalten“, sagte Mazyek: „Nun werden wir schauen, ob der Terminvorschlag allen Beteiligten passt.“

Der Zentralrat der Muslime hatte den AfD-Vorstand kurz vor dem AfD-Parteitag Ende April in Stuttgart zu dem Gespräch eingeladen. Als Reaktion auf das Programm hatte Mazyek erklärt, zum ersten Mal seit dem Ende der Nazi-Herrschaft gebe es in Deutschland eine Partei, „die erneut eine ganze Religionsgemeinschaft diskreditiert und sie existenziell bedroht“. An dem Treffen sollen von der AfD neben Petry auch die Vorstandsmitglieder Alice Weidel und Albrecht Glaser teilnehmen.

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland glaubt indes nicht, dass sich durch das geplante Treffen etwas am Kurs seiner Partei ändern wird. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur, solange die islamischen Verbände nicht bereit seien, „auf die Scharia zu verzichten“, sei eine Annäherung nicht möglich.

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