Kritik von Stegner : AfD: Sydney-Geiselnahme ist Rechtfertigung für „Pegida“

Die Partei greift die tödliche Geiselnahme in Australien auf, um für ihre Einwanderungs-Politik zu werben. Für Ralf Stegner ist das eine „ungeheuerliche Entgleisung“.

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16. Dezember 2014, 11:34 Uhr

Berlin | Die Alternative für Deutschland (AfD) fühlt sich durch die Geiselnahme von Sydney in ihrer Forderung nach weiteren Einwanderungsbeschränkungen bestätigt. Gleichzeitig führt sie die Tat des aus dem Iran stammenden Einzeltäters als Rechtfertigung für die umstrittenen Demonstrationen der „Pegida“ (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) in Dresden an.

Konrad Adam, der dem dreiköpfigen Führungsgremium der Partei angehört, erklärte am Dienstag, trotz strikter Einwanderungsregeln sei es einem fanatischen Islamisten gelungen, nach Australien zu gelangen. Adam sagte: „Das zeigt, dass es keiner Masseneinwanderung bedarf, um Menschen in Gefahr zu bringen - ein Einzelner genügt.“ Dennoch glaubten deutsche Spitzenpolitiker, die Teilnehmer der „Pegida“-Demonstrationen mit Hinweis auf den niedrigen Migranten-Anteil in Sachsen lächerlich machen zu können, kritisierte Adam. „Damit beweisen sie aber nur, dass sie nicht begriffen haben, um was es geht“, fügte er hinzu.

Der AfD-Vorsitzende in Brandenburg, Alexander Gauland, hatte am Montag an einer „Pegida-Demonstration“ teilgenommen. Der AfD-Vize Hans-Olaf Henkel hatte noch kurz zuvor von einer Teilnahme an der Aktion abgeraten.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner kritisierte Adams Äußerungen als „ungeheuerliche Entgleisung“. Stegner sagte am Dienstag in Berlin: „Die AfD zeigt mal wieder ihren wahren ausländerfeindlichen Charakter. Einen Verbrecher in Australien heranzuziehen, um die fremdenfeindlichen Demonstrationen in Dresden zu rechtfertigen, ist infam.“ Wer so denke wie die AfD, „bereitet den Weg für Ausländerhatz und brennende Flüchtlingsheime“, meinte Stegner.

Auch auf Twitter kommentieren die Nutzer Adams Äußerung:

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