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Rassistische Rede : AfD rügt Björn Höcke für „Reproduktionsverhalten der Afrikaner“

vom
Aus der Onlineredaktion

AfD-Frontmann Björn Höcke sprach in einer Rede über das „Reproduktionsverhalten der Afrikaner“. Nach heftiger Kritik musste der Bundesvorstand nun handeln. Er beließ es vorerst bei einer Rüge.

Berlin/Erfurt | Der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke ist nach rassistischen Äußerungen vom Bundesvorstand seiner Partei mit einer Rüge bedacht worden – weil er damit eine „politische Torheit“ begangen habe. Zudem wird der Mann aus dem rechtsnationalen Flügel der Partei zur nächsten Sitzung des Gremiums vorgeladen, wie dessen Mitglieder am Sonntagabend nach Angaben aus Parteikreisen in einer Telefonkonferenz beschlossen.

Der AfD-Chef aus Thüringen fischt immer wieder am rechten Rand. Im Oktober hatte Björn Höcke mit einem Auftritt in der Sendung „Günter Jauch“ bundesweit für Diskussionen, Empörung und Spott gesorgt. Unter anderem weil er seinen Sitzplatz mit einer Deutschlandflagge versah und Flüchtlinge als „sozialen Brennstoff“ bezeichnete.


Der vierfache Vater und ehemalige Gymnasiallehrer hatte Ende November in einer Rede zum Thema Asylpolitik erklärt, der „lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp“ treffe in Europa auf den „selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp“. Ein Mitschnitt seiner Worte war vor wenigen Tagen im Internet verbreiten worden. „Solange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern“, so Höcke bei dieser Vorstellung. Deshalb fordere er eine „grundsätzlichen Neuausrichtung der Asyl- und Einwanderungspolitik“. Europa solle als Konsequenz seine Grenzen schließen.

Der Berliner Extremismus-Forscher Hajo Funke sagte, Höckes Ansichten seien ein Beispiel für biologischen Rassismus. Vom inzwischen in den sozialen Netzwerken weit verbreiteten Vorwurf, Höcke bediene sich der Rassentheorie der Nazis, will man innerhalb der AfD nichts wissen. Höcke lehne Rassismus und die „völlig absurde Rassentheorie des Nationalsozialismus“ entschieden ab, sagte eine Pressesprecherin der Thüringer Landtagsfraktion dem NDR. Das widerspreche seinem christlichen Menschenbild. Jörg Meuthen, neben Frauke Petry zweiter Parteivorsitzender, sagte zum Inhalt jener Textpassagen: „Seine Ausführungen sind sachlich unsinnig, entbehren wissenschaftlicher Substanz und laden zu Fehldeutungen als rassistische Aussagen geradezu ein.“ Sie seien eine „politische Torheit“.

Dass Höcke der französischen Front National zu ihrem Erfolg bei den Regionalwahlen gratuliert habe, sei ebenfalls „falsch und unangemessen“. Der Thüringer Landeschef schade damit dem Erscheinungsbild der Alternative für Deutschland und gefährde die Einheit der Partei.

Laut „FAZ“ teilte Höcke, der sich vorher nicht weiter geäußert hatte, am Sonntag mit, er bedaure, sollten seine Äußerungen zu Fehldeutungen geführt haben. Er nehme sich „das Recht, Diskussionen anzustoßen“.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte für seinen politischen Gegner bei Twitter viel Spott übrig: „Rassenlehre à la Höcke“.

Ob Höcke wegen seiner Äußerungen der Ausschluss aus der AfD droht, ist noch offen.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 13:02 Uhr

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