Aussage über NPD-Mitglieder : AfD in SH fordert Absetzung von Björn Höcke aus Thüringen

Jedes einzelne NPD-Mitglied könne als extremistisch eingestuft werden – über diese Aussage streitet die AfD in Deutschland.

shz.de von
11. Mai 2015, 14:32 Uhr

Kiel | Die Spitze der AfD in Schleswig-Holstein verlangt die Amtsenthebung des Landesvorsitzenden in Thüringen, Björn Höcke. Hintergrund sind dessen Äußerungen über die rechtsextreme NPD. Der Landesvorstand in Kiel forderte den Bundesvorstand einstimmig auf, ein Parteiordnungsverfahren einzuleiten.

„Björn Höcke hat mit seiner Darlegung gegenüber der Presse, die darauf abzielt, den extremistischen Charakter der NPD zu relativieren, schweren Schaden für die Partei verursacht“, heißt es zur Begründung in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. Er sei als Funktionsträger der AfD damit untragbar geworden.

Höcke hatte gesagt: „Ich gehe nicht davon aus, dass man jedes einzelne NPD-Mitglied als extremistisch einstufen kann.“ Mehrere führende AfD-Mitglieder hatten sich daraufhin von ihm distanziert.

Parteichef Bernd Lucke forderte Höcke auf, seine Ämter niederzulegen und aus der Partei auszutreten. „Wer die Mitgliedschaft in der NPD durch die Behauptung zu verharmlosen sucht, dass angeblich nicht jedes NPD-Mitglied ein Extremist sei, verharmlost damit die NPD als Ganzes“, sagte der schleswig-holsteinische AfD-Generalsekretär Jürgen Joost.

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