Wenige Auftritte in Talkshows : AfD droht mit Klage gegen ZDF und ARD

<p>Frauke Petry, Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, zu Gast in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ im Januar.</p>
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Frauke Petry, Fraktionsvorsitzende im sächsischen Landtag, zu Gast in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ im Januar.

Nur vier Vertreter der AfD waren 2017 in den Talkshows der öffentlich-rechtlichen Sender zu sehen. Die Sender betonen, dass sie ihre Gäste nach journalistischen Kritierien auswählen.

shz.de von
14. Juli 2017, 08:28 Uhr

Berlin | Die AfD fühlt sich in den Polit-Talkshows von ARD und ZDF nicht angemessen vertreten und erwägt deshalb eine Klage gegen die Fernsehsender. „Es ist schwer, mit Themen durchzudringen, wenn sie vor allem von den öffentlich-rechtlichen Medien nicht transportiert werden“, sagte der Parteivorsitzende Jörg Meuthen dem „Focus“.

Die AfD hat die Abschaffung der Rundfunkgebühren zu einem Wahlkampfthema gemacht und lehnt das Prinzip der „Zwangsgebühren“ ab. Der Vorwurf ist, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihren Bildungs- und Informationsauftrag nicht mehr erfüllen würden.

„Wir überlegen gerade, ob wir uns in die Talkshows einklagen. Rechtlich ist das möglich.“ Nach einer parteieigenen Auswertung seien unter den insgesamt 162 eingeladenen Politikern der vier großen Talkshows von Frank Plasberg, Maybritt Illner, Sandra Maischberger und Anne Will im ersten Halbjahr 2017 nur vier AfD-Vertreter gewesen, sagte Meuthen dem Magazin. Das seien gerade einmal 2,5 Prozent.

Meuthens Kritik stößt bei den Sendern auf Unverständnis. „Die Talkredaktionen entscheiden selbst, welche Gäste sie zu welchen Themen einladen. Es gibt keine Quotierung bei der Auswahl“, sagte ARD-Chefredakteur Rainald Becker dem „Focus“. Auch WDR-Sprecherin Kristina Bausch betonte, es gehe rein um „journalistische Kriterien“.

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