Warnung vor Mediziner-Mangel : Ärztepräsident plädiert für mehr Medizin-Studienplätze

Anatomie-Hörsaal an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Anatomie-Hörsaal an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Die deutsche Ärzteschaft dringt auf eine Ausweitung des Studienangebots für Mediziner. Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery sagte der «Heilbronner Stimme», es seien mindestens zehn Prozent mehr Studienplätze vonnöten.

shz.de von
06. Februar 2018, 07:57 Uhr

«Immer mehr Bewerber müssen sich um immer weniger Studienplätze in der Humanmedizin bemühen», sagte Montgomery. 45 000 Bewerbern stünden gerade einmal 9 000 Studienplätze zur Verfügung, obwohl Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis händeringend gesucht werden. Allein in den alten Bundesländern habe es 1990 noch 12 000 Plätze gegeben. Heute seien es 10 000 im gesamten Bundesgebiet.

Darüber hinaus müssten Medizinstudierende stärker an die Allgemeinmedizin beziehungsweise an die hausärztliche Tätigkeit herangeführt werden, forderte der Präsident der Bundesärztekammer weiter. Dafür müssten an allen medizinischen Fakultäten in Deutschland Lehrstühle für Allgemeinmedizin eingerichtet werden.

Der Ärztemangel werde sich verschärfen, wenn nicht gegengesteuert werde, warnte Montgomery. Die Gesellschaft altere, auch das Durchschnittsalter der Ärzteschaft. Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plane, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben.

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