Ärzte, Juristen und Ethiker fordern gesetzliche Regelung zur Sterbehilfe

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26. August 2014, 16:30 Uhr

In der Sterbehilfe-Debatte tritt eine Gruppe von Medizinern, Ethikern und Juristen dafür ein, Ärzten die Beihilfe zur Selbsttötung unter strengen Auflagen zu erlauben. Der gestern in München vorgestellte Gesetzesvorschlag soll Ärzten ermöglichen, bei unheilbar Erkrankten mit begrenzter Lebenserwartung straffrei Suizid-Beihilfe zu leisten. Durch das Gesetz solle Rechtssicherheit geschaffen und gleichzeitig die Freigabe einer gewerblichen Suizidbeihilfe verhindert werden, sagte Jochen Taupitz, Medizinrechtler und stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Ethikrates.


Experten gegen gewerbliche Suizid-Hilfe


Der Gesetzesvorschlag sieht vor, dass die Freiwilligkeit des Suizidwunsches geprüft und der Patient über alle Alternativen, vor allem palliativmedizinischer Art, aufgeklärt werden muss. Außerdem muss mindestens ein zweiter Arzt hinzugezogen und eine Bedenkzeit von mindestens zehn Tagen eingehalten werden. Zudem soll Werbung für die Beihilfe zur Selbsttötung verboten werden. Die Wissenschaftler stellten aber auch klar, dass die Hilfe zur Selbsttötung abgesehen von solchen Extremfällen grundsätzlich strafbar bleiben soll.

Nach der Sommerpause will der Bundestag über eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids debattieren. Derzeit gibt es im ärztlichen Standesrecht in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Regelungen.

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