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Nach Besuchsverbot : Abzug aus Incirlik würde Bundeswehreinsatz wochenlang aufhalten

vom

Nach dem Streit mit der Türkei um Besuche auf dem Stützpunkt ist Jordanien als Alternative im Gespräch. Ein Abzug würde den Kampf gegen den IS jedoch unterbrechen.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 14:32 Uhr

Berlin | Wenn deutsche Soldaten von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik nach Jordanien verlegt würden, könnten sie wohl wochenlang keinen Beitrag im Kampf gegen den IS leisten. Beim Einsatz der „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge sei durch den Umzug mit einer Lücke von bis zu zwei Monaten zu rechnen, das Tankflugzeug könne zwei Wochen nicht eingesetzt werden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag.

Die Türkei und Deutschland sind Nato-Partner, das Verhältnis beider Länder hatte sich aber in den vergangenen Monaten stark verschlechtert. Die Bundeswehr beteiligt sich von der Basis in Incirlik aus am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Mit dem Luftwaffengeschwader 51 Immelmann aus Jagel sind dort auch Soldaten aus SH im Einsatz.

Hintergrund der Umzugspläne ist ein Streit um Besuche von Bundestagsabgeordneten in Incirlik, die Ankara verweigert. Die Bundesregierung hatte daraufhin mit einem Abzug der dort stationierten rund 260 Soldaten und „Tornado“-Aufklärungsflugzeuge gedroht, die sich am Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) beteiligen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich vor wenigen Tagen ein Bild vom jordanischen Stützpunkt Al-Asrak als möglichen Alternativstandort gemacht.

Der Ministeriumssprecher sagte, an einem Umzug hingen viel Logistik und vorbereitende Maßnahmen. 200 Container müssten bewegt werden. Die Aufklärung der Anti-IS-Koalition insgesamt sei aber in der Phase des Umzugs nicht beeinträchtigt.

„Ganz klar ist: Es ist natürlich ein erhöhter Aufwand gegenüber den Voraussetzungen, die wir in Incirlik haben“, sagte der Sprecher. Die Kosten des Umzugs seien auch davon abhängig, was an Gebäuden und Infrastruktur in Jordanien vorhanden sei. Ein Abzug dorthin sei aber weiterhin eine gute Option für den Fall, dass die Gespräche mit der türkischen Regierung nicht „fruchten“ würden. Ein Regierungssprecher sagte, man wolle auf verschiedenen Ebenen versuchen, beim Nato-Gipfel am Donnerstag in Brüssel auf die türkische Regierung einzuwirken.

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