Abspecken mit der U-Bahn

shz.de von
29. Januar 2015, 13:09 Uhr

Außer den Themen Drogenschmuggel und Gewaltverbrechen war aus Mexiko zuletzt wenig zu hören. Das hat sich neuerdings ein wenig geändert. Da 70 Prozent der Bevölkerung übergewichtig sind, wurde in der Hauptstadt mit Jahresbeginn eine originelle Form der Gewichtsabnahme eingeführt. An der U-Bahnstation erhalten Fahrgäste, die zehn Kniebeugen absolviert haben, ein Gratis-Ticket. Was auf den ersten Blick eine sinnvolle Form der Leibesertüchtigung und – wahrscheinlich – eine Idee der Krankenkasse ist, hat beim näheren Hinsehen seine Tücken. Wer nach Übernahme des Fitness-Modells ruft, sollte überlegen, welcher Phänotypus ihm beim Abstieg aus dem 5. Stock entgegen sprintet. In den seltensten Fällen jemand, der es wegen seiner Körperfülle nötig hätte. Wer lachend zwei Stufen auf einmal nehmend aufsteigt, das sind die durchtrainierten Marathonläufer. Die Schwergewichtigen benutzen den Fahrstuhl. An den U-Bahnstationen in Mexiko City wird es ähnlich sein. Bisher ist nämlich nicht bekannt, ob erst eine Waage die Spreu vom Weizen trennt und nur derjenige zu Kniebeugen zugelassen wird, der den Kiloabbau nötig hat.

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