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Absolut unwahrscheinlich!

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das junge Ehepaar Schneider saß im Wohnzimmer seines Einfamilienhauses am Rande der Stadt. Er las die Zeitung, sie chattete mit den Kindern. Draußen hatte leichter Schneefall eingesetzt.
„Sollten wir nicht lieber etwas streuen?“, fragte die Frau plötzlich, ohne von ihrem Handy aufzusehen.
„Doch nicht wegen son bisschen Schnee“, sagte der Mann und las weiter seine Zeitung.
„Es hat aber auch gefroren. Wenn nun jemand ausrutscht.“
„Ach, hör doch auf“, sagte der Mann. „Das halte ich für absolut unwahrscheinlich, dass ausgerechnet jetzt, wo es eben grade geschneit hat, jemand vor unserem Haus ausrutscht.“
„Hm“, machte sie. „Aber Lübbeke

nebenan hat heute Morgen vorschriftsmäßig gestreut.“
„Ja, der Blödian natürlich. Die gehen bestimmt auch jeden Abend mit Fahrradhelm zu Bett.“

Genau in diesem Augenblick hörten sie einen Aufprall und danach Stöhnen und Fluchen. Sie gingen ans Fenster.

Jemand von der anderen Straßenseite kam herübergelaufen und rief: „O,

verdammt! Warten Sie, ich helfe Ihnen!“
„Das Unwahrscheinliche ist eingetreten“, bemerkte Frau Schneider spitz.

Dann sahen sie, was los war: Ein älterer Herr war hingefallen, sein Hut lag neben ihm. Er rappelte sich gerade wieder auf, eine etwas füllige Dame half ihm dabei.

„Aber das ist ja neben unserem

Straßenstück!“, stellte Herr Schneider erleichtert fest.
„Und bei uns – guck doch mal – bei uns ist gestreut!“
„Warst du das?“, fragte der Mann.
„Nein – das war der Blödian von

nebenan.“
Man sah genau: der Nachbar hatte einfach außer vor seinem Haus gleich noch vor Schneiders Haus mit gestreut.
„So ein Blödian“, sagte der Mann. „Ich glaube, das ist gar nicht erlaubt.“

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erstellt am 26.Apr.2015 | 13:47 Uhr

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