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Debatte über Einreiseverbot in Großbritannien : Abgeordneter: Donald Trump nicht noch größer machen

vom
Aus der Onlineredaktion

In Großbritannien wird über das Einreiseverbot für Donald Trump diskutiert - 575.000 Menschen sind dafür.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2016 | 19:18 Uhr

London | Zum Auftakt der britischen Parlamentsdebatte über ein Einreiseverbot für Donald Trump hat ein Abgeordneter davor gewarnt, dem US-Präsidentschaftbewerber eine Bühne zu bieten. „Wir haben ihm schon zu viel Aufmerksamkeit geschenkt“, sagte der Labour-Abgeordnete Paul Flynn am Montag in London.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat in den vergangenen Monaten immer wieder mit Aussagen polarisiert. So beleidigte er mehrfach Frauen und forderte unter anderem ein Einreiseverbot für Muslime und die Ausweisung aller Syrer. Vor allem in den arabischen Ländern wie Dubai reagierte man empört. ZahlreicheGeschäftspartner Trumps gingen auf Distanz.

Trumps provokanter Forderung, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen, solle man mit Höflichkeit begegnen. „Wir sollten ihn nicht durch Angriffe noch größer machen.“

Trump hatte mit seiner Forderung einen Aufschrei in Großbritannien provoziert. Zudem hatte er behauptet, Teile Londons seien so radikalisiert, dass Polizisten dort um ihr Leben fürchteten. Rund als 575.000 Menschen hatten bis Montagabend eine Online-Petition unterzeichnet, die ein Einreiseverbot für Trump fordert. Darüber können nicht die Abgeordneten entscheiden, dies könnte nur die Regierung. Es gilt als sicher, dass ihm die Einreise nicht verweigert wird.

Auch in Deutschland regt sich Widerstand gegen Trump. So forderte der bayerische Grünen-Politiker Dieter Janecek als erster Bundestagsabgeordneter ein Einreiseverbot für den Unternehmer, der in Umfragen weiterhin vorn liegt. „Trumps Hetztiraden gegen Minderheiten und Geflüchtete dürften den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen“, sagte Janecek gegenüber Spiegel Online. Deutschland solle klare Kante gegen Hassprediger jeglicher Art zeigen – im Zweifelsfalle auch mit Einreiseverboten.

Gegenwind kommt aus dem Lager der Grünen. Der Abgeordnete Öczan Mutlu äußerte sich ähnlich wie Paul Flynn: „Ein Einereiseverbot für Trump kommt einer Aufwertung dieser unmöglichen Person gleich.“ Am besten sei es, den durchgeknallten Mann zu ignorieren. Jan Korte von den Linken befürwortet die Konfrontation: „Wenn er kommt, sollten sich alle möglichst bekloppte Frisuren machen und Donald Trump noch lächerlicher machen – sofern das überhaupt möglich ist.“ Das sei die richtige Antwort auf seine Hetze.

 

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