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Limburger Bischof unter Druck : Ab nach Indien

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Mann, der dem Luxus derart zugewandt ist wie der Bischof von Limburg, hätte nie Bischof werden dürfen. Ein Kommentar von Benjamin Lassiwe.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 10:29 Uhr

Dieser Mann hätte nie Bischof werden dürfen: Dem Luxus zugewandt, den prächtigen Gewändern, und weit, weit weg vom Alltag in den Pfarrgemeinden an der Basis. Franz-Peter Tebartz-van Elst ist nach Walter Mixa zur zweiten Fehlberufung von Benedikt XVI. in Deutschland geworden. Der konservative Theologe scheint in einer eigenen Welt zu leben – anders ist es nicht erklärbar, wie ausgerechnet in den Jahren, in denen die katholische Kirche dank des Missbrauchsskandals in Deutschland im öffentlichen Ansehen wie nie zu vor gelitten hat, rund 31 Millionen Euro für den Neubau einer bischöflichen Residenz verschwendet werden können. In einer Zeit, in der Papst Franziskus die Kirche als Kirche profiliert, die sich den Armen zuwendet, die sich um Flüchtlinge auf Lampedusa und die Slumbewohner in der dritten Welt bemüht.

Natürlich, auch die Gremien der Limburger Kirche tragen für das Debakel eine Mitverantwortung. Wenn der Vermögensverwaltungsrat nicht protestiert, wenn Haushaltspläne nicht vorgelegt werden, ist das eine ganz schwache Leistung. Und auch das Domkapitel und der Generalvikar, der erst dem Bischof das umstrittene Upgrade für den Erste-Klasse-Flug nach Indien spendierte, müssen sich nach ihrer Mitschuld fragen lassen. Aber im Zentrum des Skandals steht nun einmal der Bischof.

Es ist deswegen höchste Zeit, dass der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und auch Papst Franziskus endlich einmal deutlich werden. Am Rücktritt von Tebartz-van Elst führt kein Weg mehr vorbei. Höfliche Distanz ist in Limburg fehl am Platze. Denn in seiner Selbstverliebtheit und seinem Standesdünkel hat Tebartz-van Elst der katholischen Kirche massiv geschadet. Eine Strafversetzung in einen Slum nach Indien, in eine Pfarrgemeinde ohne fließendes Wasser und elektrischen Strom, wäre genau die Maßnahme, die jetzt angebracht erscheint.

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