China in der Kritik : Olympia in Peking: DOSB-Chef greift Baerbock an – USA verkünden Boykott

Avatar_shz von 06. Dezember 2021, 20:01 Uhr

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Die olympischen Winterspiele sollen trotz zahlreicher Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen in China abgehalten werden.
Die olympischen Winterspiele sollen trotz zahlreicher Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen in China abgehalten werden.

Der neue DOSB-Chef Weikert spricht sich gegen einen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking 2022 wegen Menschenrechtsverletzungen aus. Die USA entscheiden sich für einen diplomatischen Boykott.

Weimar | Für Annalena Baerbock ist ein Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking mit Blick auf Menschenrechtsverletzungsvorwürfe gegen China nicht ausgeschlossen. "Wenn ich sehe, wie Chinas Führung mit der Tennisspielerin Peng Shuai umgeht oder mit der verhafteten Bürgerjournalistin Zhang Zhan, sollten wir natürlich auch die Olympischen Spiele genauer in den Blick nehmen", erklärte die designierte Außenministerin im Interview mit der "taz". Nachdem bereits die chinesische Botschaft vor einem Konfrontationskurs warnte, positionierte sich am Wochenende auch der neu ernannte Präsident des Deutsch Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Weikert, gegen einen Boykott. Mehr zum Thema: Neue Außenpolitik: Baerbock plant härteren Kurs gegenüber China China warnt nach Baerbock-Kritik vor Konfrontationskurs "Frau Baerbock soll die Kirche einfach mal im Dorf lassen, das sage ich mal ganz deutlich". Bei der Pressekonferenz nach seiner Wahl zum DOSB-Chef in Weimar äußerte Weikert sich zugleich dennoch kritisch im Hinblick auf die Menschenrechtslage in China: "Seit 2008 haben viele gedacht, dass sich durch Olympia was an der Menschenrechtslage verbessert. Fakt ist: Es hat sich nichts verbessert. Wahrscheinlich ist es schlechter geworden, was sehr bedauerlich ist". Dennoch ist er der Meinung, man solle "hinfahren und versuchen, etwas zu ändern". Ein Boykott habe noch niemandem geholfen und sei unfair für die Athleten, die sich lange auf die Spiele vorbereiteten. Der DOSB werde sich, so Weikert, "im Rahmen unserer Möglichkeiten entsprechend positionieren". USA verkünden diplomatischen Boykott Die USA haben wegen der Menschenrechtsverletzungen in China einen diplomatischen Boykott der Winterspiele verkündet. Zu den Spielen im kommenden Februar werden keine Regierungsvertreter entsendet, wie das Weiße Haus am Montag mitteilte. US-Athleten dürfen aber weiterhin teilnehmen. Opinary Iframe Der ehemalige Präsident des Tischtennisweltverbandes Weikert konnte sich jüngst mit deutlicher Mehrheit gegen seine Konkurrentin Claudia Bokel, Präsidentin des Deutschen Fechtverbandes, durchsetzen. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" gilt der 60-Jährige Familienanwalt als "Mann des Ausgleichs". Weikert sagte in seiner Vorstellungsrede, er wolle als Funktionär mit Nähe zur Basis arbeiten: "Geben Sie mir und uns die Chance zu beweisen, dass wir oft Anzug tragen, aber immer Trikot denken". ...

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