Nach Beleidigungs-Vorwurf : Nato-Ausgaben: Macron schlägt sich auf Trumps Seite

Emmanuel Macron (r.) und Donald Trump im Elyseepalast.
Emmanuel Macron (r.) und Donald Trump im Elyseepalast.

Bei ihrem Treffen verständigen sich Emmanuel Macron und Donald Trump auf eine gerechtere Lastenverteilung in der Nato.

shz.de von
10. November 2018, 13:52 Uhr

Paris | Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump haben sich für ein stärkeres europäisches Engagement in der Nato ausgesprochen.

Vor einem bilateralen Gespräch im Élyséepalast sagte Macron: "Es ist unfair, dass die europäische Sicherheit heute nur durch die Vereinigten Staaten gewährleistet ist. Deshalb glaube ich, dass wir mehr europäische Kapazitäten, mehr europäische Verteidigung brauchen." Auch Trump forderte erneut eine gerechtere Lastenverteilung innerhalb der Nato.

Bislang liege die Last vor allem auf den USA, sagte Trump. "Wir wollen, dass es fair ist." Die USA wollten sich weiter engagieren. "Aber andere Länder müssen auch helfen. Und der Präsident und ich stimmen da sehr überein." Macron fügte hinzu: "Wenn Präsident Trump einen Staat der Vereinigten Staaten schützen oder verteidigen muss, bittet er nicht Frankreich oder Deutschland oder eine andere Regierung in Europa darum, das zu finanzieren."

Aufbau einer europäischen Armee

Macron betonte: "Ich teile die Ansicht von Präsident Trump, dass wir eine viel bessere Lastenverteilung innerhalb der Nato brauchen. Und deshalb glaube ich, dass meine Vorschläge für eine europäische Verteidigung damit vollständig übereinstimmen, weil das mehr Europa innerhalb der Nato bedeutet."

Macron hatte sich zuvor für den Aufbau einer europäischen Armee zum Schutz vor Russland ausgesprochen. Trump hatte das am Freitagabend nach seiner Ankunft in Paris scharf kritisiert. "Sehr kränkend", schrieb Trump auf Twitter. "Vielleicht sollte Europa zuerst seinen gerechten Anteil an der Nato bezahlen, die die USA erheblich bezuschussen!" (Weiterlesen: Macron fordert europäische Armee – Trump: "sehr beleidigend")

Trump sagte bei dem Treffen, er und Macron seien "sehr gute Freunde" in den vergangenen Jahren geworden. "Wir haben viel gemeinsam." Macron nannte Trump "meinen guten Freund".

Trump sagte, bei seinem Besuch werde es auch um den Handelskonflikt mit der EU gehen. "Ich denke, wir haben große Fortschritte gemacht." Nun müsse es darum gehen, zu einer Einigung zu kommen. Macron sagte, man werde auch über den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie über die Kriege in Syrien und im Jemen sprechen.

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