Antrag für Agrarministerkonferenz : Tiertransporte bei Hitze: NRW will strengere Vorgaben

Schweine auf einem Transporte, die mit Wasser versorgt werden. Foto: dpa/Polizei Dortmund
Schweine auf einem Transporte, die mit Wasser versorgt werden. Foto: dpa/Polizei Dortmund

Schlechte Bedingungen bei Tiertransporten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Nordrhein-Westfalen will jetzt die Vorgaben für Transporte bei Hitze verschärfen. Es gehe ums Wohl der Tiere, sagt Agrarministerin Ursula Heinen-Esser (CDU).

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21. September 2019, 03:23 Uhr

Osnabrück | Nordrhein-Westfalen will Tiere auf Transporten innerhalb Deutschlands besser schützen. Das geht aus einem entsprechenden Antrag für die anstehende Agrarministerkonferenz in Mainz hervor.

Demnach sollen bei Temperaturen über 30 Grad die Fahrtzeiten „auf deutlich unter acht Stunden begrenzt werden“, sofern die Fahrzeuge nicht gekühlt werden können. Die genaue Stundenzahl soll noch festgelegt werden. Gerade bei inländischen Transporten kommen bislang auch Fahrzeuge ohne Kühlung zum Einsatz.

Während der Hitzewelle im vergangenen Sommer hatte es immer wieder Meldungen über problematische Transporte gegeben. Bei Temperaturen über 40 Grad waren Tiere auf den Ladeflächen der ungekühlten Transporter gestorben.

Foto: dpa
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NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte: „Tierschutz muss unbedingt auch beim Transport sichergestellt werden. Dies gilt insbesondere bei extremen Temperaturen wie in diesem und dem vergangenen Sommer.“ Für Langstreckentransporte gilt bereits jetzt bei Temperaturen über 30 Grad ein Verbot.

Eine Überprüfung der Bundesregierung ergab aber, dass in den Sommern 2017 und 2018 dennoch 184 Transporte von deutschen Veterinärbehörden auf den Weg Richtung bulgarisch-türkische Grenze geschickt wurden.

Tierschutz ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) ermahnte die Länder, sich an geltendes Recht zu halten.

Heinen-Esser nimmt mit ihrem Antrag auch kürzere Transporte in den Blick. Die sind nicht genehmigungspflichtig. „Bei extremen Temperaturen sind Nutztiere beim Transport besonderen Belastungen ausgesetzt“, so die Landesministerin. Dieses Video zeigt einen in der Sonne abgestellten Schweinetransport im Sommer 2017:


Während der Hitzewelle in diesem Jahr hatte es immer wieder Meldungen über problematische Transporte gegeben. So stoppte die Polizei Juli auf der A2 einen Laster mit 149 Schweinen an Bord. Auf der Ladefläche habe eine Temperatur von 41 Grad geherrscht, Wasser habe es nicht gegeben. Das wurde von der Feuerwehr herbeischafft.

Foto: Polizei
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Drei Tiere seien bereits tot gewesen, so die Polizei in ihrer Mitteilung. Der Fahrer bekam demnach eine Anzeige und setzte die Reise zum Schlachthof fort.

Zuletzt hatten Veterinäre aus Hessen, Schleswig-Holstein und Bayern eine Transportroute über Usbekistan, Kasachstan und Südost-Russland inspiziert und dabei erschreckende Zustände vorgefunden. Erforderliche Abladestationen für Tiere zum Ausruhen fehlten gänzlich oder waren in einem schlechten Zustand.

In einem Abschlussbericht zur Bereisung heißt es: „Den Tieren wurden […] mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit somit systemimmanent langanhaltende und erhebliche Leiden und Schäden zugefügt.“ Schleswig-Holstein und Niedersachsen untersagten daraufhin Langstreckentransporte über diese Route.


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