Reaktionen zur Landtagswahl in Bayern : Politiker-Reaktionen zur Landtagswahl: Robert Habeck surft auf der Menge

Der Bundesvorsitzende Robert Habeck (r) und der bayerische Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Ludwig Hartmann springen bei der Wahlparty der Partei von der Bühne ins Publikum.
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Der Bundesvorsitzende Robert Habeck (r) und der bayerische Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, Ludwig Hartmann springen bei der Wahlparty der Partei von der Bühne ins Publikum.

Laut ersten Hochrechnungen sind CSU und SPD die Verlierer bei der Landtagswahl in Bayern. Das sind die Reaktionen.

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14. Oktober 2018, 18:47 Uhr

München | Politisches Beben in Bayern: Bei der Landtagswahl hat die erfolgsverwöhnte CSU am Sonntag dramatische zweistellige Verluste hinnehmen müssen und ihre absolute Mehrheit verloren. Die Partei von Ministerpräsident Markus Söder und des Vorsitzenden Horst Seehofer fuhr nach den Prognosen ihr schlechtestes Ergebnis seit 1950 ein und schwächt damit auch ihre Position in der großen Koalition von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

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Die SPD von Natascha Kohnen brach noch stärker ein als vorhergesagt und verlor mit ihrem historisch schlechtesten Landesergebnis ihre Position als zweitstärkste Kraft. Große Wahlgewinner sind Grüne und AfD mit zweistelligen Ergebnissen. Die AfD zieht erstmals ins Maximilianeum ein und ist jetzt in 15 von 16 Landtagen vertreten. Die FDP muss zunächst bangen, ob sie nach fünf Jahren Abwesenheit die Rückkehr ins Parlament schafft. Die Linke scheitert erneut an der Fünf-Prozent-Hürde.

SPD-Generalsekretär Klingbeil: "Bittere Niederlage in Bayern"

Die Reaktionen bei den Parteien fielen dementsprechend unterschiedlich und vor allem deutlich aus:

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht den Regierungsauftrag trotz der krachenden Niederlage bei der Landtagswahl "klar" bei der CSU. Nötig sei es nun, eine stabile Regierung zu bilden – "diesen Auftrag nehmen wir an", sagte Söder am Sonntagabend in München. Dennoch sei es kein einfacher Tag für seine Partei, denn die CSU habe "kein gutes Ergebnis" erzielt. "Wir nehmen es an mit Demut und werden daraus Lehren ziehen müssen."

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hat das Ergebnis seiner Partei bei der Landtagswahl in Bayern als "bittere Niederlage" bezeichnet. Das Ergebnis müsse nun sehr sorgfältig angeschaut werden, sagte Klingbeil am Sonntagabend im ZDF. Die Wahl in Bayern sei auch ein "klares Signal" an die große Koalition in Berlin.

SPD-Chefin Andrea Nahles hat nach dem Wahldebakel ihrer Partei in Bayern eine gründliche Analyse der Wahlergebnisses angekündigt. "Die Gründe für das schlechte Abschneiden der SPD werden und müssen wir sorgfältig analysieren, auf allen Ebenen", sagte Nahles am Sonntagabend in Berlin. Einer der Gründe sei "sicherlich auch die schlechte Performance der großen Koalition in Berlin."

AfD-Chef Jörg Meuthen hat das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Bayern als "grandiosen Erfolg" bezeichnet. "Ich denke, dass wir mit diesem Ergebnis die deutlichsten Zuwächse aller Parteien haben", sagte er am Sonntag nach den Prognosen von ARD und ZDF.

Die AfD-Fraktionschefin im Bundestag, Alice Weidel, sieht im Ausgang der Landtagswahl in Bayern ein Debakel für die CSU. Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Chef Horst Seehofer müssten sich fragen, was sie falsch gemacht hätten. "Wählertäuschung noch und nöcher, das zahlt sich nicht aus", sagte Weidel am Sonntagabend mit Blick auf die erste ARD-Hochrechnung zur Bayernwahl.

Grüner Versprecher sorgt für Erheiterung

Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock leistete sich nach der Landtagswahl einen Versprecher. Die 37-Jährige gratulierte den bayerischen Spitzenkandidaten "Katharina Schulze und Ludwig Erhard!" – CDU-Politiker und "Vater des Wirtschaftswunders". "Katha Schulze und Ludwig Hartmann!" ruft Baerbock schnell in den Applaus und das Gelächter hinein. Bei mehr als 18 Prozent in den Hochrechnungen nach der Wahl kann das die Stimmung nicht trüben. 

Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck sagte am Sonntagabend im ZDF, die Menschen in Bayern hätten gesagt, dass es so nicht weitergehen solle: "Das ist ein Veränderungsauftrag." Nun müsse ausgelotet werden, ob dies auch bei den anderen politischen Parteien so angekommen sei. Auf der Wahlparty seiner Party war dann kein Halten mehr: Zusammen mit dem Spitzenkandidaten Ludwig Hartmann sprang Habeck wie ein Rockstar ins Publikum.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Schulze, sagte am Sonntagabend in München: "Natürlich sind wir bereit, Verantwortung für dieses schöne Land zu übernehmen. Ich selber bin ja auch nicht in die Politik gegangen, um in Schönheit am Spielfeldrand zu sterben, sondern um Gesellschaft zu verändern."

Der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, hat sich zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei bei der Landtagswahl gezeigt. Aiwanger äußerte sich am Sonntag im ZDF zuversichtlich, dass die CSU nun mit seiner Partei Koalitionsgespräche aufnimmt. Dafür würden die Freien Wähler den Christsozialen "machbare Vorschläge auf den Tisch legen".Die Alternative für die CSU seien nur die Grünen.

Der CDU-Parteivorsitzende Horst Seehofer hat sich bei Markus Söder für einen "famosen" Wahlkampf bedankt. Er will das Wahlergebnis parteintern aufarbeiten und dann "die nötigen Konsequenzen ziehen".

FDP-Chef Christian Lindner hat das Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Bayern als Erfolg gewertet. Bayern sei für die FDP immer ein schwieriges Pflaster gewesen, sagte Lindner am Sonntagabend. "Aber heute haben wir nach einem engagierten Wahlkampf den Optimismus, dass am Ende dieses Abends es in Bayern die zehnte Landtagsfraktion der Freien Demokraten in Deutschland gibt", so der Parteichef. "Das ist ein Erfolg."

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