Landtagswahl in Hessen : SPD-YouTuber mit Tourette-Syndrom jagt CDU Direktmandat ab

Der SPD-Politiker Bijan Kaffenberger hat bei der Landtagswahl in Hessen ein Direktmandat für die SPD geholt.
Der SPD-Politiker Bijan Kaffenberger hat bei der Landtagswahl in Hessen ein Direktmandat für die SPD geholt.

Bijan Kaffenberger ist ein SPD-Politiker, der am Tourette-Syndrom leidet. Dennoch eroberte er ein Direktmandat.

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29. Oktober 2018, 18:08 Uhr

Darmstadt | Als einziger Sozialdemokrat hat Bijan Kaffenberger bei der Landtagswahl in Hessen von der CDU ein Direktmandat erobert. "Dabei hatte ich die Hoffnung darauf nach der Bayernwahl relativ aufgegeben", sagte der 29-Jährige am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Kaffenberger ist YouTuber, außerdem hat er das Tourette-Syndrom (TS). Der Name seiner YouTube-Serie: "Tourettikette" – rund 60 Folgen hat er in dem Videoportal veröffentlicht. Das Tourette-Syndrom ist eine neuropsychiatrische Erkrankung mit sogenannten Tics - unwillkürlichen, raschen Bewegungen.

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Ungefähr 40.000 Menschen sind der Tourette-Gesellschaft zufolge in Deutschland davon betroffen. "Tourette ist Teil meiner Persönlichkeit und gehört zu mir", sagt Kaffenberger, der überzeugt ist, dass "Authentizität den Leuten total wichtig ist". TS mache es vielen leichter, auf ihn zuzugehen: "Man fühlt sich vertrauter im Umgang." Schließlich habe jeder sein Päckchen zu tragen.

Kaffenberger wurde im Wahlkreis Darmstadt-Stadt II gewählt, der seit 2009 in der Hand der CDU war. Das Landtagsmandat empfindet der Sozialdemokrat als "große Aufgabe und große Ehre". Der Volkswirt, der eine Doktorarbeit über Finanzthemen angefangen hat, ist aber auch überzeugt: "Die kochen doch auch nur mit Wasser."

Mit der Verwaltung habe er in Erfurt Erfahrung gesammelt, wo er seit fast drei Jahren im SPD-geführten Thüringer Wirtschaftsministerium arbeitet und sich um Digitalisierung kümmert. Die politische Arbeit kennt er aus sieben Jahren Kommunalpolitik.

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