Junge Union: Steuernachlass für erstes Eigenheim : Niedersachse Kuban will am Samstag JU-Bundeschef werden

Tilman Kuban tritt als Kandidat für den Bundesvorsitz der Jungen Union an. Foto: Michael Kappeler/dpa
Tilman Kuban tritt als Kandidat für den Bundesvorsitz der Jungen Union an. Foto: Michael Kappeler/dpa

Tilman Kuban will es wissen: Am Samstag tritt der 31-Jährige zur Wahl des Bundeschefs der Jungen Union an. Er fordert Hilfen für die ersten eigenen vier Wände und Zurückhaltung bei der Rente.

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15. März 2019, 01:00 Uhr

Hannover | Tilman Kuban, Kandidat für den Bundesvorsitz der Jungen Union (JU), fordert eine Befreiung des ersten Eigenheims von der Grunderwerbssteuer. „Wir haben in Deutschland mit circa 50 Prozent eine katastrophal niedrige Eigentumsquote bei Wohnraum. EU-weit sind es im Schnitt 70 Prozent. Das müssen wir ändern. Auch junge Menschen sollen sich ihre eigenen vier Wände leisten können, um damit fürs Alter vorsorgen“, sagte der niedersächsische JU-Vorsitzende unserer Redaktion. Eigentum sei gerade für junge Menschen für die Altersvorsorge wichtig.

Der 31-jährige CDU-Politiker aus Barsinghausen bei Hannover kritisierte die Rentenpolitik der Großen Koalition. „Bei aller Anerkennung für die Lebensleistung der heutigen Rentnergeneration dürfen wir nicht immer weiter Wahlgeschenke auf Kosten der jungen Menschen machen. Die können es bald nicht mehr stemmen“, sagte Kuban. Dabei sieht der Niedersachse auch die eigenen Parlamentarier in der Pflicht: „Ich werde, und das erwarte ich auch besonders von unseren jungen Abgeordneten im Bundestag, mich in Zeiten einer Großen Koalition klar für die Interessen der Jüngeren einsetzen.“

JU zuletzt „zu leise und angepasst“

Der CDU-Nachwuchsorganistion verspricht der Kandidat mehr Profil: „Ich glaube, wir sind als JU in den letzten Jahren an der einen oder anderen Stellen zu leise und angepasst gewesen.“ , sagte Kuban. Dabei brauche die Politik mehr denn je eine Stimme für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte. „Wir müssen wieder mehr darüber sprechen, wie wir Zukunftsthemen, wie Künstliche Intelligenz, konkret für uns nutzen wollen und wie wir den Wohlstand erwirtschaften, den wir brauchen, um uns auch in Zukunft einen Sozialstaat leisten zu können. Wenn wir es nicht machen, macht es keiner“, sagte Kuban.

Kuban fordert Thüringer Gruhner heraus

Kuban bewirbt sich um den JU-Spitzenposten, der bei einem Sonderdeutschlandtag der JU am kommenden Samstag in Berlin neu besetzt werden soll. Der Niedersachse fordert dabei in einer Kampfkandidatur den eigentlich gesetzten thüringischen JU-Chef Stefan Gruhner heraus. Die Wahl ist notwendig, weil der bisherige Vorsitzende Paul Ziemiak im Dezember CDU-Generalsekretär gewählt wurde. Der 34-jährige Gruhner gilt vielen intern als Übergangskandidat, weil der Thüringer nach anderthalbjähriger Amtszeit die JU-Altersgrenze von 35 Jahren überschritten hätte.

In den vergangenen zwei Monaten hat der langjährige Fußballspieler (Lieblingsposition: Innenverteidiger), Kreisauswahltrainer und Nachwuchsscout für Hannover 96 online für sich geworben und zu Bekanntheitssteigerung bundesweit JU-Verbände besucht. In Niedersachsen kennt die CDU den langjährigen Kommunalpolitiker spätestens seit dem Wahlkampf 2017 gut, als sich die Junge Union mit einem „A-Team“ für den damaligen Spitzenkandidaten Bernd Althusmann einsetzte. Parteikollegen bezeichnen ihn als ehrgeizig und durchsetzungsstark. Für die Europawahl am 26. Mai konnte sich der Barsinghäuser, der derzeit als Jurist bei den Unternehmerverbänden Niedersachsen arbeitet, den aussichtsreichen Listenplatz 4 sichern. Die Verbindung von EU-Parlamentsmandat und JU-Vorsitz sei in einer Zeit, in der sich junge Leute auch über das Thema Europa stärker politisieren, ideal, sagte er.

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