Frust bei Landwirten groß : Nächste Bauern-Demo angemeldet: Dieses Mal Tausende Trecker in Berlin?

Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern stehen am 22. Oktober mit ihren Treckern bei einer Protestaktion gegen das Agrarpaket der Bundesregierung im Rostocker Stadthafen. Foto: Stefan Sauer/dpa
Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern stehen am 22. Oktober mit ihren Treckern bei einer Protestaktion gegen das Agrarpaket der Bundesregierung im Rostocker Stadthafen. Foto: Stefan Sauer/dpa

Deutsche Landwirte planen erneut eine Großdemonstration – dieses Mal in Berlin. Bauern haben für den 26. November eine Kundgebung mit 5000 Teilnehmern in der Bundeshauptstadt angemeldet.

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31. Oktober 2019, 15:20 Uhr

Osnabrück | Nach Angaben der Berliner Polizei sei eine Sternfahrt mit 2000 Treckern durch die Hauptstadt geplant. Hinter der Anmeldung steckt die Initiative „Land schafft Verbindung“, die schon die Großdemonstrationen am 22. Oktober organisiert hatte. Damals kam es überall in Deutschland zu Bauernkundgebungen. Trecker-Korsos sorgten vieler Orts für Verkehrsbehinderungen.

"Politik hat nicht geliefert"

Thomas Andresen, Landwirt aus Schleswig-Holstein und einer der Initiatoren der Bewegung, sagte unserer Redaktion, die Demonstration in der Bundeshauptstadt sei für den Fall angemeldet worden, dass „die Politik bis dahin keine Ergebnisse geliefert hat“. Bauern kritisieren vor allem das sogenannte Agrarpaket der Bundesregierung und das geplante Insektenschutzprogramm.

Sie fürchten Einschränkung bei der Bewirtschaftung von Flächen. „Wir sind nicht gegen Naturschutz, aber wir müssen auch unsere Familien ernähren können“, sagte Andresen. Die Politik müsse erklären, wie die Vorhaben finanziert werden sollen.

Der Landwirt hatte sich in dieser Woche mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) im Kreis Schleswig-Flensburg getroffen. „Das war ein gutes Gespräch, allerdings eines ohne Ergebnisse“, so Andresen (Foto, links).

Foto: Marcus Dewanger
Foto: Marcus Dewanger


Am Rande wurde auch bekannt, dass sich das Organisationsteam hinter „Land schafft Verbindung“ in zwei Lager gespalten hat. Bei dem Streit geht es offenbar auch um die Frage, inwieweit der Bauernverband und seine Untergliederungen auf die Bewegung Einfluss nehmen sollen. Der offizielle Dachverband der deutschen Landwirte war zumindest nach außen hin bei den Großkundgebungen am 22. Oktober nicht involviert.

Unabhängig von der Spaltung der Bewegung scheint der Wille groß, erneut zu demonstrieren. Das wurde auf verschiedenen Veranstaltungen im Norden deutlich. So waren kürzlich bis zu 1000 Landwirte und Angehörige im emsländischen Emsbüren zusammengekommen, um vom Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann (CDU, Foto: zweiter von rechts) zu erfahren, ob die Politik Zugeständnisse macht.

Foto: Heinz Krüssel
Heinz Krüssel
Foto: Heinz Krüssel


Stegemann sagte zu, die Verärgerung der Bauern weiterzumelden, machte aber wenig Hoffnung, dass das Agrarpaket noch einmal aufgeschnürt wird. (Weiterlesen: Neue Bauern-Demo: Setzen sich Landwirte wieder auf die Trecker?)


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