Trotz Kontakten zu Rechtsextremen : Junge Alternative bleibt Jugendorganisation der AfD

Die Junge Alternative ist in einigen Ländern bereits ins Visier des Verfassungsschutzes geraten.
Die Junge Alternative ist in einigen Ländern bereits ins Visier des Verfassungsschutzes geraten.

Auf dem AfD-Konvent wurde eine Schonfrist für die Parteijugend beschlossen.

shz.de von
09. Dezember 2018, 18:19 Uhr

Magdeburg | Die Nachwuchsorganisation der AfD muss trotz rechtsextremer Äußerungen einiger Mitglieder vorerst keine drastischen Sanktionen der Partei befürchten. Der AfD-Konvent – eine Art kleiner Parteitag – entschied sich am Sonntag in Magdeburg nach Angaben aus Parteikreisen dagegen, der Jungen Alternative (JA) den Status als Jugendorganisation der AfD abzuerkennen. Dies hatten Funktionäre vorgeschlagen, nachdem einige Mitglieder und Landesverbände der JA ins Visier des Verfassungsschutzes geraten waren.

Verbindungen ins rechtsextreme Milieu

Der Konvent beschloss den Angaben zufolge, die Aktivitäten des Parteivorstandes in Sachen JA "konstruktiv" zu begleiten. Er forderte den Bundesvorstand auf, nach weiteren Erkenntnissen den Konvent erneut in die Diskussion einzubeziehen. Außerdem entschied der Konvent, dass regelmäßig ein Vertreter des Bundesvorstandes der JA dem Konvent Bericht erstatten solle.

Weiterlesen: AfD-Nachwuchs: 150 Mitglieder aus Niedersachsen ausgeschlossen

Der Jungen Alternative werden immer wieder Verbindungen ins rechtsextreme Milieu vorgeworfen. Die Landesverbände in Baden-Württemberg, Bremen und Niedersachsen werden inzwischen vom Verfassungsschutz beobachtet. Unter anderem geht es dabei um Kontakte zur "Identitären Bewegung".

Der Landesverband in Niedersachsen wurde vom JA-Bundesverband aufgelöst. Zuvor war unter anderem bekannt geworden, dass der Vorsitzende des Landesverbandes, Lars Steinke, den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem nicht öffentlich einsehbaren Facebook-Eintrag als "Verräter" bezeichnet hatte. Viele JA-Mitglieder gehören auch der AfD an.

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