Ausbau von Hilfsangeboten : Grünen-Chefin Baerbock: Deutschland fehlen 4000 Plätze in Frauenhäusern

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert mehr Plätze in Frauenhäusern.
Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert mehr Plätze in Frauenhäusern.

Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert daher einen "Rechtsanspruch auf Schutz".

shz.de von
24. November 2018, 10:38 Uhr

Berlin | Justizministerin Katarina Barley beklagt, dass Frauen nach gewalttätigen Übergriffen oft nicht genug Unterstützung finden. "Zu wenige von Gewalt betroffene Frauen suchen Hilfe und wenn sie es doch tun, bekommen sie oft zu wenig davon", schreibt die SPD-Politikerin in einem Gastbeitrag für die "Rhein-Neckar-Zeitung" zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen an diesem Sonntag. "Dafür sorgt auch das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen. Wir müssen die männlich geprägten Strukturen aufbrechen."

Jeden Tag versucht ein Mann seine Frau zu töten

Nach Zahlen des Bundeskriminalamtes versucht im Schnitt jeden Tag ein Mann in Deutschland, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Im vergangenen Jahr starben dabei 147 Frauen. Hinzu kommen Tausende Fälle von Vergewaltigung, Körperverletzung, Stalking und sexueller Nötigung. Fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft wurden 2017 angezeigt. Die Dunkelziffer ist weitaus höher.

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Frauenministerin Franziska Giffey (SPD) setzt sich für einen Ausbau der Hilfsangebote in Frauenhäusern ein. Ihren Angaben zufolge können derzeit in den 350 Frauenhäusern und 600 Fachberatungsstellen pro Jahr 30.000 Frauen betreut werden. Im kommenden Jahr soll ein Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen starten, das Länder wie Kommunen beim Ausbau von Hilfsstrukturen unterstützt. Im ersten Jahr sollen 6,1 Millionen Euro fließen, im zweiten Jahr 35 Millionen Euro.

"Rechtsanspruch auf Schutz" muss geschaffen werden

Grünen-Chefin Annalena Baerbock forderte mehr Geld für den Schutz von Frauen. In Deutschland fehlten mindestens 4000 Plätze in Frauenhäusern, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Das Übereinkommen des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen schreibe vor, dass auf 7500 Einwohner ein Schutzplatz komme. Deutschland müsse einen "Rechtsanspruch auf Schutz" schaffen, verlangte sie.

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