Besonders bei Arbeitern und Selbstständigen : Forsa-Umfrage für NOZ: AfD gewinnt an Zustimmung in Norddeutschland

Foto: Christophe Gateau/dpa
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Am Sonntag wählt Hessen – das letzte Bundesland, in dem die AfD noch nicht im Landtag sitzt. Ein Einzug gilt als sicher. Doch wie steht es um die Zustimmung im Norden? Unsere Redaktion hat das erfragen lassen.

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26. Oktober 2018, 03:05 Uhr

Osnabrück | Bei der Landtagswahl in Hessen wird die AfD wohl ins letzte noch fehlende Landesparlament einziehen. Auf 13 Prozent kommt die Partei in den jüngsten Umfragen – einen Prozentpunkt weniger, als sie laut Meinungsforschungsinstitut Forsa bundesweit unter den Wahlwilligen erzielt. In den norddeutschen Bundesländern sieht das allerdings anders aus, wie eine Umfrage im Auftrag unserer Redaktion zeigt.

So schneidet die AfD ab

Laut Forsa schneidet die AfD in den fünf norddeutschen Bundesländern „signifikant niedriger“ ab: Die Partei landet bei länderübergreifenden elf Prozent. Es gibt aber deutliche Unterschiede: Während das Wählerpotenzial in Mecklenburg-Vorpommern bei 18 Prozent liegt, sind es in Hamburg 7 Prozent. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein kommt die AfD demnach auf 11, in Bremen auf 12 Prozent.

Damit liegt der Norden aktuell zwar hinter dem Bundestrend, was die Zustimmung zur AfD angeht. Im Vergleich mit den vorangegangenen Landtagswahlen hat die Partei aber fast überall an Zustimmung gewonnen.

Der Vergleich zur Wahl

Allein in Mecklenburg-Vorpommern büßt sie 2,8 Prozentpunkte ein. Hier kam sie 2016 noch auf 20,8 Prozent. In Schleswig-Holstein und Bremen könnten sich indes etwa doppelt so viele Wahlwillige vorstellen, ihr Kreuz bei der AfD zu machen. Das gilt auch für Niedersachsen, wo die Partei seit Oktober 2017 im Parlament sitzt. 6,2 Prozent waren es damals, heute könnten es laut Forsa 4,8 Prozentpunkte mehr sein. Und das ungeachtet der Streitereien im Landesverband. Der Parteitag am Wochenende dürfte davon überlagert werden.

Wer sympathisiert mit der AfD?

Wer sind die AfD-Sympathisanten? Laut Forsa ist die Zustimmung besonders unter Arbeitern (22 Prozent) und Selbstständigen (18 Prozent) groß. Unter Beamten im Norden würden nur 9 Prozent die Partei wählen. Bei Angestellten kommt sie auf 12, bei Rentnern auf 11 Prozent.

Eine Frage des Alters

Die Zustimmung zur AfD schwankt auch je nach Alter der Wahlwilligen: Nur 7 Prozent der 18- bis 29-Jährigen bekennen sich zu der Partei, bei den 30- bis 59-Jährigen sind es indes 14 Prozent. Bei den Norddeutschen ab 60 aufwärts kann sich jeder Zehnte vorstellen, sein Kreuz bei der AfD zu machen.

Schwung für Hessen

Siegesgewiss schaut Bundestags-Fraktionschefin Alice Weidel aufs Wochenende. Für Hessen gehe sie von einem sehr guten, zweistelligen Ergebnis für die AfD aus, sagte sie unserer Redaktion. „Die sogenannte ,Große Koalition‘ wird ihre nächste krachende Niederlage kassieren, womit Neuwahlen auf Bundesebene noch näher rücken“, so Weidel. Und was, wenn ihre Partei dann in allen deutschen Parlamenten vertreten ist? „Wir wollen unsere politische Vorstellung weiter vorantreiben, um dieses Land in nicht allzu ferner Zukunft aktiv mitgestalten zu können.“

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