Ergebnis der Umfrage des Tages : Klare Mehrheit findet Diskussion um Fackelmarsch vor dem Reichstag unangebracht

Soldaten nehmen an dem Großen Zapfenstreich in Berlin teil, um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu würdigen. Die Bilder der Fackelträger vor dem Reichstag wirkten auf einige verstörend.
Soldaten nehmen an dem Großen Zapfenstreich in Berlin teil, um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zu würdigen. Die Bilder der Fackelträger vor dem Reichstag wirkten auf einige verstörend.

Der Große Zapfenstreich zu Ehren der Bundeswehr-Soldaten im Afghanistan-Einsatz sorgt aufgrund der Bilder des Fackelmarschs vor dem Reichstag für Empörung. In der Umfrage des Tages wollten wir wissen, wie Sie dazu stehen.

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15. Oktober 2021, 17:59 Uhr

Berlin/Flensburg | Bundestag und Bundesregierung danken den etwa 90.000 in Afghanistan eingesetzten Männern und Frauen der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude. Es ist das höchste militärische Zeremoniell der deutschen Streitkräfte.

Doch es kommt vor allem in den sozialen Netzwerken national wie international zu Diskussionen. Anstoß ist der Fackelmarsch von Soldaten während der Zeremonie vor dem Reichstag. Die dabei entstandenen Bilder erinnerten zu stark an die Zeit des Nationalsozialismus, finden etwa Jan Böhmermann, Hans-Christian Ströbele und Jutta Ditfurth. Auch etwa der BBC-Journalist Anthony Zurche äußert sich ablehnend.

Der Grünen-Außenexperte Omid Nouripour bezeichnete den Zapfenstreich anders als Teile seiner Partei als „richtig, würdevoll und bewegend“.

Die Bundeswehr weist die Kritik ebenfalls zurück. Gerade für eine Parlamentsarmee könne er sich dafür keinen besseren Platz vorstellen als den Sitz des Parlaments, so der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, André Wüstner. „Die Kritik daran, die jetzt aus dem linken Spektrum laut wird, ist aus meiner Sicht Ausdruck einer generellen Ablehnung des Militärischen im Allgemeinen und der Bundeswehr im Besonderen."

Weiterlesen: Die Reaktionen auf den Fackelmarsch vor dem Reichstag

Die Ursprünge des Zapfenstreichs gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Mit dem Brauch werden heute etwa Bundespräsidenten und Bundeskanzler sowie Verteidigungsminister bei ihrer Verabschiedung geehrt.

Wir wollten von Ihnen in der Umfrage des Tages wissen, ob sie diese Diskussion für angemessen oder für übertrieben halten. Beim Zwischenstand um 17.50 Uhr zeigt sich ein klares Meinunungsbild. 74 Prozent der 1194 Abstimmenden halten die Diskussion für vermessen oder unwürdig.

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