Eklat bei Pressekonferenz : Trump fetzt sich mit CNN-Reporter: "Verstörend unamerikanisch"

US-Präsident Donald Trump geht während einer Pressekonferenz im Weißen Haus CNN-Reporter Jim Acosta (r.) an.
US-Präsident Donald Trump geht während einer Pressekonferenz im Weißen Haus CNN-Reporter Jim Acosta (r.) an.

Donald Trump gerät mit einem Journalisten aneinander, weil der ihn nach den Russland-Ermittlungen gefragt hatte.

shz.de von
07. November 2018, 22:49 Uhr

Washington | Aus seiner Verachtung gegenüber der Presse macht US-Präsident Donald Trump keinen Hehl. Das zeigt auch eine Szene aus dem Weißen Haus, die sich bei der Pressekonferenz zum Ausgang der Kongresswahlen am Mittwoch abspielte. Trump zettelte auf offener Bühne einen handfesten Streit mit dem CNN-Reporter Jim Acosta an.

"Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person", fuhr der Präsident den in den USA bekannten Reporter an. "Wenn Sie Fake News in die Welt setzen, was CNN tut, dann sind Sie der Feind des Volkes", fuhr er fort. CNN müsse sich schämen, einen Menschen wie Acosta zu beschäftigen. Der Reporter hatte Fragen zu den laufenden Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller gestellt.

Der Sender CNN verurteilte in einem Statement die Äußerungen Trumps. "Die andauernden Angriffe des Präsidenten auf die Presse sind deutlich zu weit gegangen", heißt es darin. "Sie sind nicht nur gefährlich, sie sind verstörend unamerikanisch." Trump habe zwar einen Eid auf die in der US-Verfassung festgeschriebene Pressefreiheit geleistet und sei somit zu deren Schutz verpflichtet, er habe aber wiederholt deutlich gemacht, dass er für die Pressefreiheit keinerlei Respekt übrig habe. "Wir stehen hinter Jim Acosta und seinen Kollegen überall", heißt es in der Antwort der Firmenleitung.

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Der US-Präsident sprach während der Pressekonferenz ferner von "feindseligen Medien". Mehrmals forderte er Journalisten auf, den Mund zu halten. Trump war bereits vor fast zwei Jahren in New York – noch vor seiner Amtseinführung – in Aufsehen erregender Weise mit Acosta aneinandergeraten, weil ihm dessen Fragen nicht gefallen hatten.

Dass Trump dieses Mal zu weit gegangen sein könnte, sahen einige Kommentatoren in den sozialen Netzwerken nicht unbedingt so.

Für zahlreiche Kommentatoren hat Trump bei dem Vorfall erneut seine Grenzen überschritten.


Mit Material von dpa

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