Zeugenaufruf und Öffentlichkeitsfahndung : Polizei veröffentlicht Video zum Angriff auf AfD-Politiker Frank Magnitz

Der Screenshot einer Überwachungskamera – herausgegeben von der Polizei Bremen – zeigt die Attacke gegen den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz.
Der Screenshot einer Überwachungskamera – herausgegeben von der Polizei Bremen – zeigt die Attacke gegen den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz.

Die Bremer Polizei hat das Video veröffentlicht, das den Angriff auf AfD-Politiker Frank Magnitz zeigt.

shz.de von
11. Januar 2019, 14:46 Uhr

Bremen | Die Polizei Bremen hat das Video des Angriffs auf AfD-Politiker Frank Magnitz veröffentlicht. Darin ist zu sehen, wie sich drei Männer in der Dunkelheit dem Politiker von hinten nähern. Einer der Täter springt Magnitz mit dem Ellbogen in den Nacken, woraufhin Magnitz zu Fall kommt. Magnitz, der beide Hände in den Manteltaschen hat, stürzt nach der Attacke zu Boden und schlägt mit dem Kopf auf. Danach ist zu sehen, wie die Täter flüchten. Mutmaßlich hat sich der AfD-Mann dabei die große Platzwunde am Kopf zugezogen.

Kein Kantholz zu sehen

Auf den am Freitag veröffentlichten Videosequenzen ist kein Schlaggegenstand zu sehen. Ebenfalls nicht zu sehen ist, dass auf den verletzten und am Boden liegenden 66-jährigen Politiker eingetreten wird. Die Bremer AfD hatte einige Stunden nach dem Überfall in einer Pressemitteilung geschrieben, die Täter hätten Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und dann gegen Magnitz' Kopf getreten, als dieser am Boden gelegen habe.

Die Vermutung, dass Magnitz mit einem Kantholz geschlagen worden sei, stammt nach AfD-Angaben von zwei Handwerkern, die in der Nähe des Tatorts gestanden hätten. Diese beobachteten den Überfall allerdings laut Staatsanwaltschaft nicht.

Die Polizei rief eine Öffentlichkeitsfahndung aus. Polizei und Staatsanwaltschaft fragen: "Wer kann Hinweise auf die Täter geben?" Der Kriminaldauerdienst ist unter 0421/362-3888 erreichbar. Für Hinweise die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung der Täter führen, lobt die Staatsanwaltschaft Bremen eine Belohnung von 3000 Euro aus.

Die Polizei Bremen bietet weiterhin die Möglichkeit, Bilder und Videos über das Hinweisportal hochzuladen. Unter folgendem Link gelangt man auf das entsprechende Portal: https://hb.hinweisportal.de/

Fall erregt große Aufmerksamkeit

Der Angriff hat parteiübergreifend Empörung ausgelöst. Die Partei scheint den Fall instrumentalisieren zu wollen – das kritisierte zumindest Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der jede Form der Gewalt verurteilte, egal ob von links oder rechts. Beim Neujahrsempfang im Berliner Schloss Bellevue sagte er, er wünsche sich, "dass ein Angriff wie in Bremen nicht instrumentalisiert wird, um Gräben noch tiefer zu graben".

(Mit dpa)

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