Landesparteitag in Thüringen : CDU: Merkel mahnt möglichen Verlust des Ranges als Volkspartei an

Bundeskanzlerin Merkel sprach am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag in Thüringen. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa
Bundeskanzlerin Merkel sprach am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag in Thüringen. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Die Bundeskanzlerin mahnt auf dem CDU-Landesparteitag in Thüringen an, mehr auf die Zukunft zu blicken, als auf die Vergangenheit.

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20. Oktober 2018, 13:48 Uhr

Leinefelde-Worbis | Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im thüringischen Leinefelde-Worbis vor Hass und Ausgrenzung gewarnt. Es sei wichtig, die Sorgen der Menschen mit Blick auf die Umbrüche rund um die Wiedervereinigung ernstzunehmen, sagte Merkel am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag im Landkreis Eichsfeld. "Aber das ist noch lange kein Grund, gegen andere Hass, Verurteilung und Abgrenzung durchzuführen." Zum Menschenbild der CDU gehöre, dass jeder Mensch eine Würde habe. "Und Ressentiments, Antisemitismus, Hass und Ausgrenzung gehören ausdrücklich nicht dazu", sagte Merkel.

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Zur Diskussion im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise ab Sommer 2015 sagte die Kanzlerin: "Wenn wir uns für den Rest des Jahrzehnts damit beschäftigen wollen, was 2015 vielleicht so oder so gelaufen wäre und damit die ganze Zeit verplempern und nicht mehr in die Zukunft schauen können, dann werden wir den Charakter einer Volkspartei verlieren."

Zudem warb Merkel für mehr Optimismus. Das Ergebnis der Bundestagswahl sei enttäuschend gewesen, aber man habe zum vierten Mal den Regierungsauftrag bekommen, sagte sie. "Und seit einem Jahr beschäftigen wir uns viel zu sehr damit, ob wir beleidigt sein sollen oder nicht. Solche Menschen wählt man nicht. Wir sollten optimistisch in die Zukunft blicken", sagte Merkel.

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