Ins Gesicht geschlagen : Angreifer auf Freiburgs neuem Oberbürgermeister hatte kein politisches Motiv

<p>Martin Horn nach der Attacke.</p>

Martin Horn nach der Attacke.

Auf seiner Wahlparty wurde der neue Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn von einem Mann attackiert.

shz.de von
07. Mai 2018, 13:36 Uhr

Die Attacke auf den neu gewählten Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) ist nicht politisch motiviert gewesen. Das haben erste Ermittlungen des Staatsschutzes ergeben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Bei dem festgenommenen Angreifer, einem 54-Jährigen aus dem Raum Freiburg, gebe es Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Der Mann hatte dem 33-jährigen parteilosen Politiker, der von der SPD unterstützt wird, am Sonntag auf dessen Wahlparty unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen.

Horn befand sich nach dem Angriff auf dem Weg der Besserung. Er habe eine gebrochene Nase, zwei gebrochene Zähne sowie Wunden rund um das linke Auge, sagte Horn.

Er sei weiter in ärztlicher Behandlung. Zudem sei bei der Attacke seine Brille zerstört worden. "Ich lasse mich davon nicht unterkriegen", sagte Horn: "Mit Blick auf das tolle Wahlergebnis überwiegen Freude und Dankbarkeit." Er sei froh, dass es sich der Polizei zufolge um die Attacke eines psychisch kranken Einzeltäters handele und sie kein politisches Motiv gefunden habe. Auf seiner Facebookseite bedankte er sich für die Unterstützung.

 

Die Polizei schaltete in der Nacht ein Hinweisportal im Internet frei. Dort können Zeugen ihre Bilder und Videos des Angriffs hochladen.

Salomon zieht sich zurück

Martin Horn hatte bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag gesiegt und wird zum 1. Juli Nachfolger des Grünen-Politikers Dieter Salomon. Salomon war vor 16 Jahren zum Stadtoberhaupt gewählt worden. Er war erster grüner Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Der 57-Jährige hatte bereits vorab angekündigt, im Falle einer Wahlniederlage in den Ruhestand zu gehen. "Für mich beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt", sagte er am Wahlabend. Nach vielen Jahren als Berufspolitiker verlasse er nun seine politischen Ämter. Es sei ihm nicht gelungen, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen. "Martin Horn ist der Sieger", sagte Salomon. Dies müssten er und seine Unterstützer anerkennen.

Horn, Europa- und Entwicklungskoordinator bei der Stadt Sindelfingen, hatte sich bereits im ersten Wahlgang vor Salomon an die Spitze gesetzt. Er erreichte nach Angaben des Rathauses 44,2 Prozent der Stimmen. Salomon kam auf 30,7 Prozent. Das Wahlergebnis wurde als Schlappe für die Grünen und die CDU gewertet - die beiden Parteien hatten sich für Salomons Wiederwahl stark gemacht. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 51,7 Prozent.

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