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Flüchtlingskrise in Europa : 340 Kinder seit September im Mittelmeer ertrunken

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„Unerträgliche Todesfälle“: Nach UN-Angaben sind auf der Flucht vor Terror und Krieg hunderte Flüchtlingskinder ums Leben gekommen.

Genf | Auf der Flucht nach Europa sind nach UN-Angaben in den vergangenen sechs Monaten 340 Kinder im Mittelmeer ertrunken. „Diese tragischen Todesfälle sind unerträglich und müssen aufhören“, sagte der UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi am Freitag in Genf. Es müssten endlich Wege zur legalen Einreise gefunden werden.

Von Griechenland aus versuchen die Menschen über den Balkan in Richtung Mitteleuropa zu gelangen. Nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks sind im Jahr 2015 rund 300.000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. 2500 Menschen sind auf der gefährlichen Fahrt in unsicheren und maroden Booten ertrunken. Im Januar starben allein 344 Menschen bei der Überfahrt.

In ihrer gemeinsamen Erklärung warnen das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), dass die Zahl weiter steigen werde. Der Anteil der Kinder an den Flüchtlingen liege jetzt bei 36 Prozent.

In den ersten sechs Wochen dieses Jahres seien im östlichen Mittelmeer 410 von rund 80.000 Migranten ertrunken, ein Vielfaches im Vergleich zum Vorjahr. „Dies ist nicht nur ein Problem des Mittelmeerraums oder eines von Europa. Es ist eine menschliche Katastrophe, die immer schlimmer wird und die den Einsatz der ganzen Welt erfordert“, erklärte IOM-Chef William Lacy Swing.

Anfang Februar hatten die Verteidigungsminister der 28 Nato-Mitgliedsstaaten beschlossen, sich am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis zu beteiligen. Ein unter deutscher Führung stehender Nato-Marineverband sollte unverzüglich auf den Weg in das Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland geschickt werden. Der Anti-Schleuser-Einsatz soll noch in diesem Monat beginnen.

„Das sind etablierte kriminelle Netzwerke, die Millionen aus diesen Menschen herauspressen und an ihnen verdienen und billigend in Kauf nehmen, dass Tausende ertrinken“, kommentierte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Entscheidung. Dies sei nicht länger tolerierbar. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte: „Hier stehen das Leben und das Schicksal von Menschen auf dem Spiel.“

Der Tod des dreijährigen Aylan hatte 2015 für weltweites Entsetzen gesorgt. Der Junge war Anfang September tot an den Strand im Urlaubsort Bodrum gespült worden. Bei dem Bootsunglück waren auch sein Bruder und seine Mutter ums Leben gekommen.

 

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erstellt am 19.Feb.2016 | 12:02 Uhr

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