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Attentat durch Extremisten : 25 Tote nach Schießerei in Tunis – Geiselnahme beendet

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Mindestens zwei Täter haben bei einer Schießerei in Tunis mehrere Menschen getötet. Das Parlament wurde abgeriegelt.

Tunis | Bei einem Terroranschlag auf das Nationalmuseum in Tunis sind 25 Menschen ums Leben gekommen. Täter in Uniformen hätten 25 Menschen getötet, darunter 20 Touristen, erklärte der tunesische Ministerpräsident Habib Essid am Mittwoch. Unter ihnen seien Deutsche, Polen, Italiener und Spanier. Wie viele Deutsche genau ums Leben kamen, sagte er nicht. Auch zwei Attentäter starben. 47 Menschen wurden verletzt. Eine darauffolgende Geiselnahme wurde durch tunesische Sicherheitskräfte beendet, berichtete das Staatsfernsehen. Dabei seien zwei Terroristen und ein Polizist getötet worden, meldete der Sender Watanija am Mittwoch. Das tunesische Innenministerium hatte die Befreiung zunächst nicht bestätigt.

Im Urlaubsland Tunesien begann Ende 2010 der Arabische Frühling, der zum Sturz des Langzeitherrschers Zine el Abidine Ben Ali führte. Als bislang einziges arabisches Land gelang Tunesien ein Übergang in eine Demokratie. Mit dem Sturz Ben Alis gewannen jedoch auch islamistische Kräfte im Land neue Stärke.

Am Mittag hatten zunächst mindestens zwei mit Schnellfeuergewehren bewaffnete Männer in Kampfanzügen auf dem Platz, an dem das Museum und das Parlament liegen, das Feuer auf Sicherheitskräfte eröffnet. Die Abgeordnete Kultum Badreddine berichtete von „heftigen Schusswechseln“. Das tunesische Innenministerium teilte mit, das Museum sei von der Polizei umstellt.

Im benachbarten Bardo-Nationalmuseum nahmen die Terroristen danach mehrere Geiseln, berichtete der tunesische Radiosender Schams FM unter Berufung auf einen Museumsmitarbeiter. Darunter befänden sich zwei Italiener, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. In dem Museum seien weitere Urlauber aus Großbritannien, Italien, Spanien und Frankreich in der Gewalt der Geiselnehmer gewesen, berichteten Medien des nordafrikanischen Landes. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Die Angreifer hätten den Tourismus und die Wirtschaft des Landes treffen wollen, sagte Essid. Die Terrorattacke sei ein Ergebnis der Erfolge, die die Sicherheitskräfte gegen den Terrorismus im Land erzielt hätten.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls haben die terroristische Attacke in Tunis verurteilt. Hollande drückte in einer Botschaft an Tunesien die Solidarität Frankreichs aus, wie der Élysée-Palast am Mittwoch mitteilte. Valls seinerseits bestätigte die Geiselnahme und verurteilte den Anschlag aufs Schärfste. Unklar war zunächst, ob auch Franzosen betroffen waren oder als Geiseln gehalten wurden.

Das Bardo-Museum in Tunis besitzt neben dem ägyptischen Museum in Kairo die wohl umfassendste archäologische Sammlung in Nordafrika. Zu den Hauptattraktionen des wenige Kilometer vom Zentrum entfernten tunesischen Nationalmuseums zählt die weltweit bedeutendste Sammlung römischer Mosaiken. Die Exponate sind in den Räumen des ehemaligen Palastes der Beis (Herrscher) von Tunis untergebracht - über drei Stockwerke verteilt. Eröffnet wurde es unter dem Namen Alaoui-Museum im Mai 1888, sieben Jahre nach Beginn des französischen Protektorates. Nach der Unabhängigkeit Tunesiens im Jahr 1956 änderte sich der Name.
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erstellt am 18.Mär.2015 | 16:43 Uhr

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