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Berührendes WDR-Interview : 14-jährige Bivsi berichtet unter Tränen über ihre Abschiebung nach Nepal

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Bivsi wurde in Deutschland geboren. Am Montag wurde sie aus ihrer Schule in Duisburg abgeholt und ins Flugzeug gesetzt.

Duisburg | Eine 14-Jährige ist am Montag während des Unterrichts an einem Duisburger Gymnasium (Nordrhein-Westfalen) von Mitarbeitern der Ausländerbehörde abgeholt und mit ihren Eltern nach Nepal abgeschoben worden. Die Familie wurde nach der Abholung zum Frankfurter Flughafen gebracht und dort der Bundespolizei übergeben, wie eine Sprecherin der Stadt Duisburg am Mittwoch sagte. Noch am Montagabend hätten die Eltern und ihre Tochter Bivsi das Land mit einem Flieger verlassen. Der WDR hat am Donnerstag ein Skype-Interview mit der Schülerin geführt.

Die Abschiebung einer sozial und wirtschaftlich gut integrierten Familie macht in dieser Woche Schlagzeilen. Womöglich ist der gesamten Familie zum Verhängnis geworden, dass die Eltern einst bei der Einreise 1998 in die Bundesrepublik falsche Angaben zu ihrer Identität gemacht hatten – möglicherweise aus Angst vor Verfolgung aus Nepal.

Aus Nepal berichtet Bivsi unter Tränen, dass sie ihre Mitschüler vermisst, sich nicht verabschieden konnte und bedankt sich für die Unterstützung ihrer Schule und ihrer Freunde. Sie habe kaum Zeit gehabt zu packen, konnten nicht telefonieren. „Ich habe mich gefühlt wie eine Schwerverbrecherin“, sagt die Jugendliche. In Nepal lebt sie nun bei Verwandten in der Hauptstadt Kathmandu. „Deutschland ist meine Heimat. Ich kann fließend deutsch. Ich verstehe Nepalesisch, aber ich kann die Sprache nicht so gut sprechen“, sagt die 14-Jährige.

 

Die Schülerin wurde den Angaben zufolge in Deutschland geboren. Ein Lehrer habe sie am Montag aus der Klasse gebracht und im Lehrerzimmer über die Gründe der Abschiebung informiert, sagte die Sprecherin. Dort hatte sie demnach auch die Möglichkeit, sich von ihren Mitschülern zu verabschieden. Nach Angaben der Sprecherin war die Aufenthaltserlaubnis der Familie Ende 2013 ausgelaufen. Die letzte Klage der Betroffenen gegen die Entscheidung wurde demnach im März 2016 abgewiesen, kurz danach lehnte auch die Härtefallkommission des Landes NRW einen Antrag ab. Erstmals sei der Asylantrag vor etwa 15 Jahren abgelehnt worden, sagte die Sprecherin. Danach ging der Fall durch alle Instanzen. Die Familie hatte vor der Geburt ihrer Tochter Nepal wegen „politischer Probleme“ und Krieg verlassen.

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erstellt am 02.Jun.2017 | 15:01 Uhr

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