Stelldichein in Landesvertretung : 13. NOZ-Herbstempfang: Gespräche über Landes- und Parteigrenzen hinweig

Treffen in Berlin: Der frühere DRK-Präsident und Ex-Innenminister Rudolf Seiters, niedersächsischer Innenminister Boris Pistorius  und Bundesjustizministerin Katarina Barley (v.l.) beim 13. NOZ-Herbstempfang. Foto: Staudt
Treffen in Berlin: Der frühere DRK-Präsident und Ex-Innenminister Rudolf Seiters, niedersächsischer Innenminister Boris Pistorius und Bundesjustizministerin Katarina Barley (v.l.) beim 13. NOZ-Herbstempfang. Foto: Staudt

Wer nach der turbulenten Regierungsbildung Anfang des Jahres auf politisch ruhigere Zeiten gehofft hatte, sollte sich getäuscht haben. Auch die folgenden Monate blieben national wie international rundum unruhig. Genug Gesprächsstoff also für den traditionellen Herbstempfang der NOZ in Berlin am Donnerstagabend.

shz.de von
22. November 2018, 22:35 Uhr

Berlin | Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tauschten sich auf Einladung unseres Medienverbundes in der Landesvertretung von Schleswig-Holstein und Niedersachsen aus. Auch die Hausherren und Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) und Stephan Weil (SPD) schauten vorbei.

Daneben zahlreiche Bundes- und Landespolitiker sowie Verbandsvertreter aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kamen zusammen. Die drei Bundesländer bilden das Hauptverbreitungsgebiet der Zeitungen der Verlagshäuser NOZ Medien und mh:n Medien. Von Seiten der Bundesregierung nahmen Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) und Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) teil.

In Sichtweite des Reichstages

In lockerer Atmosphäre und in Sichtweite der Reichstagskuppel blickten die Gäste auf die Streitthemen der vergangenen Monate zurück. Etwa die Affäre um Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen oder die Auseinandersetzungen zwischen CDU und CSU, die die noch junge Regierung beinah zerbrechen ließ. Auch die Diesel-Problematik samt Fahrverboten war Thema.

Aber der Blick richtete sich auch nach vorne. Wie geht es weiter im politischen Berlin? Mit dem angekündigten Rückzug Merkels von der Spitze der CDU deuten sich große Umbrüche an.

Ein Gast des vergangenen Jahres konnte sich aus diesem Grund nicht an den Unterhaltungen auf dem 13. Herbstempfang beteiligen, war aber dafür selbst Thema vieler Gespräche: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Er warb zeitgleich in Halle an der Saale vor Unionsmitgliedern für sich als Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz. Aus gleichem Grund waren Annegret Kamp-Karrenbauer und Friedrich Merz verhindert. Wer die Nase vorne hat? Eine klare Tendenz für einen der Bewerber war bei den Gesprächen auf dem NOZ-Empfang nicht herauszuhören.

"Unverstellte Blick wichtiger denn je"

Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke erinnerte an die wichtige Rolle des Journalismus. Die NOZ und ihre Partner seien mit ihrer Politikredaktion so breit aufgestellt, dass sie jedes Themenfeld – auch vermeintliche Nischen – abdecken könnten. „Sei es klassisch in unseren vielen Printausgaben oder digital gesteuert über unsere Hamburger Digitalredaktion“, so der Chefredakteur.

Die nahe Begleitung der Berliner Politik sei dabei ebenso wichtig wie der kritische Blick von außen, „aus den Lebensräumen unserer Leser auf das Geschehen. Und dieser unverstellte Blick ist wichtiger denn je.“ Der Journalismus müsse Pro und Contra zulassen, er müsse aber auch jedes Statement hinterfragen, sagte Geisenhanslüke. „Die journalistische Qualität unserer Produkte ist das Maß aller Dinge.“

Über den Impuls des Chefredakteurs tauschten sich aus der Bundespolitik unter anderem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil und Michael Grosse-Brömer, parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Bundestagsfraktion aus. Von der niedersächsischen Landesregierung erschienen neben einem sehr aufgeräumten Landesvater Weil auch Innenminister Boris Pistorius sowie Europaministerin Birgit Honé (alle drei SPD).

Von Seiten der Verbände schauten beispielsweise Polizeigewerkschafter Rainer Wendt, Sozialverbandspräsident Adolf Bauer sowie Tafel-Chef Jochen Brühl vorbei. Aus Osnabrück kam Oberbürgermeister Wolfgang Griesert sowie Polizeipräsident Bernhard Witthaut.

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