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Politik

17. Oktober 2017 | 04:39 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2013 | 00:31 Uhr

Zocken fürs Alter?



Zum Standpunkt „Altersarmut – das Risiko wächst“ von Brigitte Scholtes (Ausgabe vom 15. Oktober)

Die Menschen, die Angst vor Altersarmut haben, weil ihre Rente nicht zum Leben reichen wird, sind gleichzeitig die Menschen, die nur ein geringes Einkommen haben (sonst wäre ihre zu erwartende Rente höher). Wie abgehoben muss man sein, um diesen Menschen, die von der Hand in den Mund leben, zu empfehlen, sie sollten ihr Vermögen in Aktien oder Aktienfonds anlegen und ansonsten ihre Anlagen breit streuen? Ihnen helfen nur ein ausreichendes Arbeitseinkommen, von dem sie leben können und eine Rentenversicherung, deren Kassen nicht durch weitere Beitragssenkungen (von denen nur die Arbeitgeberseite profitiert) geplündert werden. Auch eine Rentenerhöhung von 0,25 Prozent trägt sicherlich nicht zur Beseitigung der Altersarmut bei. Und diejenigen, die in der Lage sind, ihre Anlagen breit zu streuen, werden sicherlich nicht unter Altersarmut leiden.

Jeder zukünftige Rentner sollte sein Heil in Aktien suchen, ist doch wohl sehr blauäugig von Ihrer Kommentatorin. Nachdem zur Jahrtausendwende die T-Aktie als Volksaktie verhökert wurde und innerhalb kürzester Zeit Millionen von Anleger viel Geld verloren haben, kam Ende des Jahrzehnts der große Bankencrash und schon wieder wurde das Vertrauen der Kleinanleger, und das sind nun mal die zukünftigen Rentner, massiv erschüttert.

Die Renten sind beim besten Willen nicht geeignet für irgendwelche Zockereien und auch nicht das bisschen Geld, was sich viele Familien – wenn überhaupt – zur Seite legen können. Es sei denn, es wird wie in Schweden eine Investmentabteilung unter dem Dach der Rentenversicherungsanstalt gegründet. Die nicht auf Zocken sondern auf vorsichtige Geldanlagen setzen: Und das klappt komischerweise. Leider werden wir von Lobbyisten beherrscht und ich glaube nicht, dass diese sich das einträgliche Geschäft mit der Riesterrente und Miniausschüttung aus den Händen nehmen lassen. Der zweite Grund für die Altersarmut ist die beschlossene Absenkung der Altersrente auf 43 Prozent bis 2030 und die Abschläge, wenn man vor Erreichen der angehobenen Regelaltersgrenze in Rente geht. Dann bleibt von wenig fast nichts, und das, obwohl man 40 oder 45 Jahre gearbeitet hat. Das ist die heutige Gerechtigkeit in Deutschland.

Viel Lärm um nichts



Zur Debatte um Sondierungs- und Koalitionsgespräche

Warum überhaupt noch Koalitionsverhandlungen – CDU und CSU haben die Wahl gewonnen, darum wollen/sollen sie doch auch regieren. Sind die Vorschläge für Gesetze gut, finden sie auch eine Mehrheit. Wenn nicht, müssen sie halt nachgebessert werden, solange bis eine Mehrheit zustande kommt. Außerdem: Auch die Opposition kann Vorschläge machen und zur Abstimmung stellen. Dann wird man ja sehen, wie gut deren Ideen sind.
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