zur Navigation springen
Politik

15. Dezember 2017 | 02:09 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 00:35 Uhr

„Gefällt mir nicht!“



Zu: „Überfordert: Wenn Schule krank macht“ (Ausgabe vom 11. Oktober)

Schon die Überschrift ist krank! Während meiner G 8-Schulzeit mit Nachmittags- und Samstagsunterricht wurde mir beigebracht, zwischen den Zeilen zu lesen. Die Gymnasiasten werden heutzutage in erster Linie durch die veränderten Lebensumstände in unserer Gesellschaft und Umwelteinflüsse belastet. Der Computer, die vielen elektronischen „Spielgeräte“ und die Sensationsgier lassen eine Konzentration auf die Schule gar nicht mehr zu.

Römisch I: Wo sind die intakten Familien, die den Kindern den Rücken stärken? II: Sind die ausländischen G 8-Gymnasiasten auch alle krank? III: Was ist mit sinnvoller Freizeitgestaltung zur Erholung?

Alles auf die Schule zu schieben und parteipolitisch zu zerreden, ist einfach. Sich mit den wahren Gründen auseinanderzusetzen, setzt Gehirnaktivitäten voraus. Aber das will in unserer immer oberflächlicher werdenden Facebook-Gesellschaft niemand. „Gefällt mir nicht!“

Unbestritten enthält der Lehrstoff Ballast, der besonders mit Blick auf die verkürzte Schulzeit eliminiert werden sollte. Die Römischen Zahlen allerdings, die nach Ansicht des Vorsitzenden des Landeselternbeirats „kein Mensch braucht“, sind dafür nun gerade ein sehr schlechtes Beispiel (vom praktischen Wert einmal abgesehen: Uhren, Inschriften, etc.). Soll Schulstoff bis zum Abitur etwa nur noch berufsvorbereitend vermittelt werden? Das wäre ein allzu reduzierter Anspruch; als Ausweis der Hochschulreife muss das Abitur weiter das Erlangen eines Mindestmaßes an Allgemeinbildung garantieren, und dazu gehört die Kenntnis Römischer Zahlen mindestens ebenso wie geografisches und geschichtliches Basiswissen.

Vorbildlich



Zur Debatte um die Kieler OB Gaschke und den Steuerdeal

Pausenlos schimpfen wir über tatenlose Politiker, die alles aussitzen und keine Entscheidungen fällen. Frau Gaschke hat eine gefällt (ob richtig oder falsch, befugt oder unbefugt ist erst einmal uninteressant), zu der ihre Vorgänger nicht die Eier hatten und nun wird von allen Seiten auf sie eingedroschen. Von der eigenen Partei weil Entscheidungen Wählerstimmen kosten können (den Vorfall lieber weichgespült kommentieren und aussitzen), von der Verwaltung, weil Entscheidungen die Kariere kosten können und vom Volk, weil sie auf Geld verzichtet hat, das nach ihrem Dafürhalten sowieso nicht eingetrieben worden wäre. Ich war nie ein SPD-Freund, geschweige denn -Wähler, Frau Gaschke aber lässt mich schwanken. Nur leider wird sie bald von der Bildfläche verschwunden sein. Diesem massiven Druck der „Großkopferten“ wird sie nicht lange Stand halten können.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen