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Nach den Anschlägen in Paris : Zynisches Posting von Welt-Kolumnist Matussek – mit Folgen?

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Nach den Attentaten ist die Welt geschockt. Journalist Matthias Matussek macht mit Pauschalverurteilungen auf sich aufmerksam.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 12:39 Uhr

Die Anschläge in Paris am Freitagabend haben die ganze Welt schockiert. Begonnen haben sie kurz nach 21 Uhr, erst gegen 1 Uhr in der Nacht war der Terror beendet, die Welt geschockt und fassungslos. Die Anteilnahme in den sozialen Medien ist riesig.

Auch Welt-Kolumnist Matthias Matussek hat sich bei Facebook geäußert. Doch offensichtlich hat ihn der Terror weniger bewegt, als dass er ihn zum Anlass für Pauschalverurteilungen genommen hat. Auf Facebook schreibt er am Samstagmorgen um 1.21 Uhr: „Ich schätze mal, der Terror in Paris wird auch unsere Debatten über offene Grenzen und eine Viertelmillion unregistrierter junger islamischer Männer im Lande in eine ganz neue frische Richtung bewegen.“ Besonders zynisch: Seinen Post schließt Matussek mit einem lächelnden Smiley ab - den er nach vielen Reaktionen in einen traurigen Smiley umwandelt.

Nicht nur die offensichtlich „gute Laune“ wirkt irritierend, wie es Medienjournalist Stefan Niggemeier in einem Tweet formuliert.

Auch die Pauschalverurteilung islamischer Männer, die aus diesem Posting hervorgeht, verstört. Denn zunächst war überhaupt nicht klar, wer hinter den Anschlägen steckt. Eine weitere Reaktion stammt von Spiegel-Journalist Cordt Schnibben.

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Wie zu erwarten war, ließ auch die Reaktion des „Welt“-Chefredakteurs nicht lange auf sich warten. Jan-Eric Peters konterte seinerseits mit einem Facebook-Post am Samstagvormittag. Er schreibt: „Die zivilisierte Welt hat gerade andere Probleme als ein durchgeknalltes Posting. Aber damit das klar ist: Ich distanziere mich im Namen der „Welt“, die für andere Werte steht, für Freiheit und Menschlichkeit. Die Gedanken unserer Redaktion gehören den Opfern von Paris. Alles weitere intern nach dieser langen Nacht, die noch nicht zu Ende ist.“

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Welche Konsequenzen die Äußerung des langjährigen Spiegel-Autors und aktuellen „Welt“-Kolumnistens Matussek haben, ist noch nicht klar. „Eine Trennung von Matussek scheint nahe“, schreibt das Medien-Magazin Meedia.

Mehr zu aktuellen Entwicklungen nach den Terroranschlägen von Paris lesen Sie im Liveblog.

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