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Reaktion der französischen Atomaufsicht : Zwischenfall in AKW Fessenheim: ASN weist Vorwürfe zurück

vom

Ein Zwischenfall aus dem Jahr 2014 bringt das älteste Atomkraftwerk in Frankreich in die Schlagzeilen. Doch die französische Atomaufsicht wiegelt ab.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2016 | 11:03 Uhr

Straßburg | Die französische Atomaufsicht ASN hat Vorwürfe wegen eines Zwischenfalls im Atomkraftwerk Fessenheim im Jahr 2014 zurückgewiesen. Nach einem Wassereinbruch in Schaltschränke war ein Reaktor heruntergefahren worden, dazu wurde Bor ins Kühlwasser geleitet. „Das Verfahren ist atypisch“, zitierte die Regionalzeitung „Dernières Nouvelles d'Alsace“ am Samstag die Regionalchefin der ASN Straßburg, Sophie Letournel. „Aber das ist keine Notfall-Prozedur. Der Betreiber ist zu jedem Zeitpunkt im Rahmen der normalen Verfahren geblieben, um die Situation zu managen, die im Übrigen kontrollierbar geblieben ist.“

WDR und „Süddeutsche Zeitung“ hatten am Freitag berichtet, die Behörde habe den Vorfall heruntergespielt. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erneuerte daraufhin ihre Forderung, das französische Atomkraftwerk nahe der deutschen Grenze vom Netz zu nehmen.

Letournel betonte, dass eine Notabschaltung immer noch möglich gewesen. Die französische Zeitung wies zudem darauf hin, dass die Information über den Einsatz von Bor auf der Webseite der ASN zu finden gewesen sein: Zwar wurde dieser in der ersten Mitteilung zu dem Vorfall im April 2014 nicht erwähnt. Sie ist aber in einem ebenfalls veröffentlichten Brief an den Direktor des Kernkraftwerks über die nach dem Störfall angesetzte Inspektion vermerkt.

Fessenheim im Elsass ist das älteste Atomkraftwerk Frankreichs. Wegen zahlreicher Pannen sollte es nach Meinung von Atomkraftgegnern so schnell wie möglich geschlossen werden. Hollande hatte im Wahlkampf noch die Abschaltung bis 2017 versprochen und zwischenzeitlich sogar ein Aus bis Ende 2016 angekündigt, dann aber einen Rückzieher gemacht. Frankreich will seinen Anteil von 75 Prozent Atomstrom bis 2025 auf 50 Prozent reduzieren.

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