35 und 19 Jahre alt : Zwei Menschen sterben durch Silvester-Böller in Brandenburg

Ob die Männer durch illegale Pyrotechnik ums Leben kamen, muss geprüft werden.

Ob die Männer durch illegale Pyrotechnik ums Leben kamen, muss geprüft werden.

Jedes Jahr werden zu Silvester Menschen durch Feuerwerk schwer verletzt. Für zwei Männer endete der Abend tödlich.

shz.de von
01. Januar 2018, 13:12 Uhr

Potsdam | Bei Unglücken mit Feuerwerkskörpern sind zum Jahreswechsel in Brandenburg zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein 35-jähriger Mann starb in Gusow-Platkow bei Frankfurt/Oder, als er Knaller in seinem Garten zündete, wie die Polizei am Montag mitteilte. In Kleinmachnow bei Potsdam kam ein 19-Jähriger kurz nach Mitternacht durch selbstgebautes Feuerwerk ums Leben. Zahlreiche Menschen wurden durch Böller verletzt.

Die Feuerwerkskörper, durch die der 35-Jährige in Gusow-Platkow getötet wurde, explodierten aus unbekannter Ursache, wie Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, sagte. Gäste der Party leisteten dem Schwerverletzten erste Hilfe. Doch trotz Einsatzes eines Notarztes erlag der Mann noch vor Ort seinen schweren Verletzungen.

Der 19-Jährige in Kleinmachnow wollte nach Polizeiangaben bei einer Feier ein selbstgebautes Feuerwerk zünden und wurde dabei am Kopf getroffen. Er starb trotz sofortiger Reanimationsversuche auf der Straße. Nach Polizeiangaben sicherten Kriminaltechniker und Spezialisten des Landeskriminalamtes bis Montagvormittag Spuren. Herkunft und Bestandteile des Feuerwerks sollen ermittelt werden.

Ein sogenannter Polenböller verletzte den Elfjährigen in Flecken-Zechlin vor allem an den Augen. Er war nach Polizeiangaben aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus mit Knallern beworfen worden. Von insgesamt acht Tatverdächtigen wurden die Personalien aufgenommen. Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und fahrlässige Körperverletzung wurden aufgenommen.

Schüsse auf Zwölfjährige in Salzgitter

Glück im Unglück hatte ein zwölfjähriges Mädchen in Salzgitter. Sie war in der Silvesternacht in Salzgitter angeschossen und schwer verletzt worden. Das Kind schwebe aber nicht in Lebensgefahr, teilte die Polizei mit. Wegen eines versuchten Tötungsdelikts wurde zunächst gegen drei Verdächtige ermittelt. Der Tatverdacht gegen zwei Männer habe sich nicht erhärtet, teilte die Polizei am Montagabend mit. Polizeiliche Ermittlungen hätten ergeben, dass nur der Tatverdacht gegen einen 68-jährigen Mann aufrecht erhalten werden könne. Er solle am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Das Mädchen wurde um Mitternacht auf dem Gehweg vor dem Haus ihrer Eltern von einer Kugel im Oberkörper getroffen. Ärzte mussten sie im Krankenhaus notoperieren und informierten die Polizei. Noch in der Nacht befragten Ermittler Zeugen und nahmen daraufhin die drei Verdächtigen vorläufig fest. Nach einem Online-Bericht der „Salzgitter Zeitung“ schossen in der Silvesternacht mehrere Männer mit Handfeuerwaffen in der Reihenhaussiedlung um sich.

Die Straße rund um den Tatort war am Montag noch mit Flatterband abgesperrt. Kriminaltechniker in weißen Schutzanzügen suchten dort nach Spuren. Am Tatort stellten sie mehrere Patronenhülsen sicher. Auch in einer Hauswand befanden sich Einschusslöcher. Die Polizei vernahm Zeugen und Tatverdächtige. „Es ist noch unklar, ob die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragen wird“, sagte Pintak.

Im bayerischen Unterschleichach hatte in der Silvesternacht 2015 ein Mann mit einem Kleinkaliber-Revolver um sich geschossen. Dabei traf er die elfjährige Janina tödlich, als sie mit Freunden auf der Straße feierte. Das Landgericht Bamberg verurteilte ihn später zu zwölfeinhalb Jahren Haft, weil er mit seinen Schüssen den Tod der Elfjährigen billigend in Kauf genommen hatte.

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