Dänemark : Zwei Jugendgangs machen Apenrade unsicher

Die Polizei will verstärkt auf Streife gehen.

Die Polizei will verstärkt auf Streife gehen.

In der Innenstadt pöbeln dänische Jugendliche Passanten an und schrecken auch vor Handgreiflichkeiten nicht zurück.

shz.de von
09. Januar 2018, 09:55 Uhr

Apenrade | In Apenrade ist derzeit so einiges los: Gruppen Jugendlicher mischen die Innenstadt auf. Sie tun dies unter anderem am Busbahnhof, auf der Eisbahn und auf dem Løvbjerg-Parkdeck. So war am 12. Dezember ein Schüler des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) auf der Apenrader Schlittschuhbahn krankenhausreif geschlagen worden. Zwei Tage später versuchte eine Gruppe Maskierter, die Tür zu dem dem DGN angeschlossenen Internat aufzubrechen.

Die Schüler waren mehrere Tage lang an der Schlittschuhbahn aufs Übelste bedroht und von dort aus nach Hause verfolgt worden. Auf die Frage nach der derzeitigen Situation am Gymnasium ließ der Leiter des DGN, Jens Mittag, am Montag verlauten: „Wir haben von denen nichts mehr gehört. Aber wir waren ja auch nicht hier (gestern war erster Schultag nach Neujahr, Anm. d. Red.).“

Am 5. Januar berichtete die dänische Tageszeitung „JydskeVestkysten“ von einer Gruppe Jungen, die auf dem Parkdeck vom Løvbjerg-Supermarkt vandalierte. In den vergangenen Monaten seien Kunden von oben bespuckt worden, und unter anderem seien Ventilatoren im Wert von 16.000 Kronen mutwillig beschädigt worden.

Wie Sönke Iwersen von der Apenrader Polizei gegenüber JydskeVestkysten erklärt, handelt es sich um zwei verschiedene Gruppen, die ihr Unwesen treiben. „Die eine Gruppe ist sehr homogen, alle agieren gemeinsam gesetzeswidrig. In der anderen Gruppe handelt es sich um eine Person, die Anhänger hat, die zu ihr aufsehen.“ Und er setzt fort: „Die Gruppen bestehen teilweise aus minderjährigen Jungen, wohingegen die anderen strafmündig sind, und denen wird auch schon das eine oder andere vorgeworfen. Das scheint die aber nicht aufzuhalten.“ Iwersen zufolge seien die Jugendlichen alle dänischer Herkunft, sie stammten aus der Gegend von Apenrade und Rothenkrug.

Was schließlich den Busbahnhof angeht, wo vor Monaten einmal ein männlicher Fahrer zusammengeschlagen wurde, und wo eine Toilette im Warteraum zerstört worden war, hier hat die Polizei insoweit reagiert, als sie jetzt vermehrt durch Streifen Präsenz zeigt. Die Schüler vom DGN jedenfalls sind am Montagabend – gut vorbereitet und auf alles gefasst – wieder zum Eishockeyspielen auf der Schlittschuhbahn gewesen.

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